Deutsche Wirtschaft schrumpft

Für Panik gibt es keinen Grund - noch nicht!

14. August 2019 - 14:44 Uhr

Ein Kommentar von Ulrich Reitz

Wenn die Wirtschaft brummt, geht es uns gut. Üblicherweise machen die Unternehmen dann Gewinne. Sie investieren. Und brauchen Menschen, die die vielen Waren und Dienstleistungen produzieren. Lange war das so. Zehn Jahre lang dauerte der Aufschwung. Jetzt spricht so manches dafür, dass der Boom erst einmal zu Ende geht.

Die deutsche Volkswirtschaft schmiert ab

Ulrich Reitz, Leiter der n-tv-Wirtschaftsredaktion
Ulrich Reitz, Leiter der n-tv-Wirtschaftsredaktion, kommentiert den Abschwung der deutschen Wirtschaft.
© RTL

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres wurde es nichts mit dem weiteren Aufschwung. Im Gegenteil: Die deutsche Volkswirtschaft schmierte ab – um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Ein minimaler Rückgang. Dennoch: Weiter nach oben schnellten die Zahlen erst einmal nicht.

Die Gründe: Der sich immer weiter hinziehende Handelskrieg zwischen den USA und China drückt auf die Stimmung. Auch die Chinesen leiden. Weil China aber einer unserer wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Unternehmen ist, gehen die Aufträge zurück.

Weitere Probleme: Auch der noch immer drohende Brexit, Russland-Sanktionen und die Schuldenkrise in Italien sorgen dafür, dass weniger deutsche Produkte ins Ausland verkauft werden. Viele Unternehmen müssen ihre Produktion drosseln – und bauen deshalb Arbeitsplätze ab.

Strukturelle Probleme in vielen Branchen

Außerdem haben viele Firmen – Autohersteller zum Beispiel – mit strukturellen Problemen zu kämpfen. Sie müssen Elektroantriebe und autonom fahrende Autos entwickeln, um den technischen Anschluss nicht zu verlieren. Die Entwicklungskosten gehen in die Milliarden – eine Riesenlast.

Panik ist dennoch nicht angesagt. Zumindest noch nicht. Wenn sich der Wirtschaftsstreit zwischen den USA und China auflöst und auch der Brexit weniger Chaos verursacht als erwartet, wird davon auch die deutsche Wirtschaft profitieren. Wenn! Gelingt das nicht, bekommen wir ein Problem.