Deutsche stellen Strafanzeige gegen 'Costa'-Kapitän

12. Februar 2016 - 6:40 Uhr

Nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs 'Costa Concordia' haben 19 deutsche Opfer Strafanzeige gegen den Kapitän Francesco Schettino (52) und verantwortliche Offiziere gestellt. "Es geht um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, der Aussetzung, Gefährdung des Schiffsverkehrs und um unterlassene Hilfeleistung", sagte Opfer-Anwalt Hans Reinhardt.

Der Kapitän habe die hilflosen Menschen im Stich gelassen und in Todesgefahr gebracht, sagte Reinhardt. Durch das grob fahrlässige Verhalten Schettinos und der Offiziere seien die Opfer erheblich verletzt worden. Eine Frau habe die Havarie mit einem Beckenbruch überlebt. Auch von Prellungen, Schürfungen und traumatischen Störungen ist die Rede. Mehrere 'Costa Concordia'-Opfer litten unter Panikattacken und Alpträumen.

Der Anwalt aus Marl vertritt die 19 Passagiere aus verschiedenen Bundesländern auch bei deren Forderungen nach Schmerzensgeld und Schadenersatz. Die Strafanzeige, die er bei der Staatsanwaltschaft Bochum eingereicht hat, diene der Unterstützung der Schadenersatzforderungen. Dadurch könne er Akteneinsicht erhalten, sagte er.