Deutsche setzen Zeichen: Bundesweiter Widerstand gegen Pegida

25. Januar 2015 - 12:09 Uhr

Zehntausende für ein weltoffenes Deutschland auf der Straße

Seit Wochen beherrscht die Pegida-Bewegung die Schlagzeilen, der Zulauf bei den Demonstrationen beunruhigt viele Menschen. Die anti-islamische Pegida-Bewegung stößt bundesweit auf wachsenden Widerstand, bekommt aber in Dresden immer mehr Zulauf. Dort demonstrierten rund 18.000 Pegida-Anhänger gegen eine angebliche "Überfremdung" - so viele wie nie zuvor. In vielen Städten gingen aber mehrere zehntausend Menschen für ein weltoffenes Deutschland auf die Straße.

Deutsche setzen Zeichen: Bundesweiter Widerstand gegen Pegida
In Hamburg demonstrierte die "Tegida" ("Tolerante Europäer gegen die Idiotisierung des Abendlandes").
© dpa, Bodo Marks

Allein in Münster waren es fast 10.000, in Stuttgart 8.000, in Köln je nach Angaben zwischen 20.000 und 7.500, in Dresden und Berlin jeweils rund 5.000 und in Hamburg 4.000, die gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus protestierten.

In Köln sorgten die Menschen für den Abbruch des Pegida-Zuges. Aus Protest wurde der weltberühmte Dom verdunkelt. Auch am Wahrzeichen Berlins, dem Brandenburger Tor, ging das Licht aus, um Pegida keine Kulisse zu bieten.

Die Strömung 'Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes' ist nur in Dresden stark. In anderen Städten gibt es kleinere Ableger. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in ihrer Neujahrsansprache die Bürger aufgerufen, sich diesen Protesten nicht anzuschließen. Trotzdem nahm der Zulauf in Dresden nochmals zu.

"Licht aus für Rassisten"

Dagegen versammelten sich zum Beispiel in Berlin nur rund 300 Sympathisanten des Ablegers Bärgida ("Berliner Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes"). Ihr geplanter Zug zum Brandenburger Tor wurde ebenfalls von Gegendemonstranten behindert. In Hamburg hatte die Gegendemonstration das Motto "Tolerante Europäer gegen die Idiotisierung des Abendlandes" ("Tegida").

An den Protesten in Stuttgart, wo Pegida noch gar keine Rolle spielte, beteiligte sich auch Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Er war "froh und stolz" über die große Zahl der Demonstranten. Sie zeige, dass in Stuttgart kein Platz sei für Menschen, die andere diskriminierten.

Die Verdunklungsaktionen sind Teil einer Bewegung, die unter dem Motto "Licht aus für Rassisten" dazu aufruft, während Pegida-Aufmärschen die Beleuchtung von Gebäuden abzuschalten. Auch in Rostock kamen rund 800 Menschen unter dem Motto "Willkommen im Abendland! Rostock für alle" zusammen. In München und Würzburg zählte die Polizei ingesamt rund 3.000 Gegendemonstranten.