18. April 2019 - 16:23 Uhr

„Ärzte und Schwestern auf der Insel kümmern sich rührend“

Nach dem schweren Busunglück auf Madeira kümmert sich auch die deutsche Seelsorgerin Ilse Everlien Berardo um die vielen verletzten Opfer. Wie die deutsche Pfarrerin die Situation vor Ort erlebt – in unserem Video.

Notfallseelsorge ist erste Hilfestellung

17.04.2019, Portugal, Canico: Rettungskräfte stehen nach einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira an dem Bus. Bei dem Busunglück auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira sind 29 Menschen ums Leben gekommen. Unter den
Busunglück auf der portugiesischen Insel Madeira.
© dpa, Rui Silva, rsxxx pat wst

Die 63-Jährige ist verantwortlich für die deutschsprachige evangelische Kirche auf Madeira. Berardo lobt das große Engagement der ehrenamtlichen Helfer vor Ort, obwohl sich die Ärzte und Schwestern auf der Insel rührend um die Menschen kümmern, sei es immer wichtig, die Muttersprache zu hören, sagt die Theologin.

Die Arbeit von Notfallseelsorgern ist für Betroffene und Angehörige eine erste Hilfestellung, die oft später von Psychologen fortgesetzt wird. Notfallseelsorger werden von Rettungskräften oder der Polizei gerufen. Auslöser können plötzliche Todesfälle, schwere Verletzungen von Menschen bei Unfällen, Brände, Suizid oder Gewaltverbrechen sein, um Betroffene zu begleiten.

Öffentliche Aufmerksamkeit durch Katastrophen

ARCHIV - An einer durch einen Intercity-Zug total zerstörten Straßenbrücke im niedersächsischen Eschede liegen am 3.6.1998 die verunglückten Waggons. Am 3. Juni 1998 prallte der Intercity-Express 884 dort mit Tempo 200 gegen eine Betonbrücke und entg
ICE-Unglück in Eschede von 1998.
© dpa, Holger Hollemann

In Deutschland werden meist Mitarbeitende der Notfallseelsorge der Kirchen beauftragt. Sie sind Pfarrerinnen oder Pfarrer oder speziell für Krisenintervention geschulte Ehrenamtliche. Häufig sind es große Katastrophen, wie das ICE-Unglück von Eschede oder der Absturz-Massenmord des Germanwings-Piloten Andreas Lubitz, der die Arbeit von Notseelsorgern ins Licht der Öffentlichkeit rückt.