Schneemassen lösen Katastrophenzustand aus

Deutsche Schüler von Lawine erfasst

09. Januar 2019 - 23:23 Uhr

Alle Schüler blieben laut Polizei unverletzt

Sechs Schüler aus Sachsen-Anhalt sind am Großvenediger (Österreich) von einer Lawine erfasst und zum Teil verschüttet worden. Zum Glück überlebten alle den Vorfall nahezu unverletzt. Die Schneebrettlawine löste sich im Bereich des Skigebiets Wildkogel unterhalb der Bergstation. ​

Die Schüler waren auf einer gesicherten Piste unterwegs

Das Schnee-Chaos in Bayern und Österreich hält die Region weiter in Atem. Im Ski-Gebiet Wildkogel in Österreich sind am Mittwoch sechs Jugendliche aus Halle (Saale) auf einer Piste von einer Lawine erfasst worden.
Die Schülergruppe aus Sachsen-Anhalt hatte großes Glück.
© RTL

Zwei der Jugendlichen (16 und 17) wurden dabei ganz, zwei (beide 17) zum Teil verschüttet. Zwei weitere (16 und 17) wurden von der Lawine erfasst, jedoch nicht verschüttet. Die 29 Jahre alte Lehrerin und eine weitere Schülerin hatten Glück und kamen mit der Lawine nicht in Kontakt.

Innerhalb kürzester Zeit gelang es nachfolgenden Skifahrern und den übrigen Mitgliedern der Schülergruppe, alle Personen zu orten und sie auszugraben. Die vier Erfassten wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, konnten dieses laut Behörden aber alle wieder verlassen.

Die Polizei in Österreich erklärte, dass die Schüler auf einer gesicherten Piste unterwegs waren. Wieso dort eine Lawine abgehen konnte, müsse noch ermittelt werden. Die Teenager hätten aber nichts falsch gemacht. 

Schnee ohne Ende

Im Ski-Gebiet Wildkogel in Österreich sind am Mittwoch sechs Jugendliche aus Halle (Saale) auf einer Piste von einer Lawine erfasst worden.
Die Tennager sind im Ski-Gebiet Wildkogel in Österreich von der Lawine erfasst worden.
© RTL

Die Schneemassen beherrschen in vielen Teilen Südbayerns und Österreichs das Leben. In den bayerischen Alpen haben die Behörden die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Immer mehr Orte sind nicht mehr erreichbar. Und es wird noch mehr Schnee erwartet: Bis mindestens Mitte nächster Woche wird es nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes vor allem im Alpenraum weiter schneien. 

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Schulausfälle, Staus und Straßensperrungen

Einsatzkräfte räumen nach einer Lawine eine Straße frei.
Schneechaos in Berchtesgaden.
© dpa, Bernd März

Die Behördeten vermeldeten für viele Schulen Unterrichtsausfälle. Im Berchtesgadener Land, im Ostallgäu, in Teilen des Landkreises Deggendorf und in weiteren Kreisen und Gemeinden sollten die Schüler zu Hause bleiben. Im oberbayerischen Landkreis Miesbach gilt sogar Katastrophenalarm. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen behindern starke Schneemassen das öffentliche Leben.

Im Hunsrück (Rheinland-Pfalz) haben Schneefälle am Morgen den Verkehr mehrere Stunden lang beeinträchtigt. Bei einem Unfall wurden außerdem zwei Frauen leicht verletzt. Eine 32-Jährige verlor auf einer schneeglatten Zufahrt die Kontrolle über ihr Auto und kollidierte mit dem Auto einer anderen Fahrerin. Bei einem zweiten Unfall entstand nur ein Blechschaden. 

350 Menschen sitzen bei Berchtesgaden fest

Im Berchtesgadener Land hat eine Lawine eine Straße teilweise verschüttet. Rettungskräfte suchten nach möglichen Verschütteten, so die Polizei. Zunächst war unklar, ob Fahrzeuge oder Menschen von dem Abgang betroffen waren. 

Bei Berchtesgaden saßen etwa 350 Menschen fest und mussten per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden.

Auch die Menschen in der oberbayerischen Gemeinde Jachenau bei Bad Tölz sind auf Lebensmittellieferungen angewiesen, weil die Zufahrtstraße gesperrt ist.

Lehrer stirbt nach Skiunfall

Ein 62-jähriger Lehrer ist im Beisein seiner Schüler nach einem Skiunfall auf der Mariazeller Bürgeralpe (Österreich) gestorben. Der Mann verlor aus bislang ungeklörter Ursache bei der Abfahrt einen Ski und stürzte laut Polizei links über den pistenrand in einen steil abfallenden Wald. Dort blieb er im metertiefem Schnee kopfüber stecken. Die nachkommenden neun Schüler konnten dem Mann aufgrund der Schneemassen nicht helfen.