Epidemiologen Prof. Timo Ulrichs: "Gute Idee!"

Deutsche Post will Mitarbeiter vorsorglich auf Corona testen

26. Mai 2020 - 10:32 Uhr

"Testkapazitäten sinnvoll einsetzen"

Die Deutsche Post bietet ihren mehr als 10.000 Angestellten laut "Rheinischer Post" präventive Corona-Tests an. Diese "prophylaktische Teststrategie" brachte schon in einem kleineren Umfang erstaunliche Ergebnisse, die auch der Wissenschaft und Politik nützen. Der Epidemiologe Prof. Dr. Ulrichs hält solche Tests, vor allem nicht nur bei Konzernen, sondern auch bei Alten- und Pflegeheimen für sinnvoll. Mehr dazu im Video.

Corona-Test kostet 130 Euro

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In Zeiten niedriger Neuinfektionen sind Corona-Tests auch bei symptomfreien Menschen sinnvoll und wichtig, sagt der Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs:

"Wenn wir präventiv testen, unabhängig von Symptomen oder dem direkten Wissen, dass da schon ein Kontakt bestand, dann kriegen wir mehr heraus über mögliche Übertragungswege und finden vor allen Dingen Virusträger, die dann in Quarantäne gehen können."

So hat beispielsweise die Deutsche Post in zwei ihrer Paketzentren rund 1.000 Mitarbeiter getestet, obwohl es dort kaum Corona-Fälle gab. Ergebnis: 20 Menschen waren mit dem Virus infiziert, ohne dass sie Symptome zeigten.

Solche Tests fordert Prof. Ulrichs daher auch für Risikogruppen, "beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen. Da ist es sinnvoll, dass das Personal getestet wird und damit nochmal sicherer gemacht wird, dass da keine Übertragungen stattfinden", sagt der Epidemiologe.

Allerdings sollte es sich dabei nicht um einmalige Tests handeln: "Grundsätzlich gilt: Man müsste natürlich in regelmäßigen Abständen kontrollieren, so dass man sich da nicht falsche Sicherheit wiegt."

Die Post übernimmt für ihre Mitarbeiter die Kosten für solche Tests. Laut "Rheinischer Post" kalkuliert sie dabei mit jeweils 130 Euro.

Auch Kinder übertragen das Virus

Auch zur aktuellen Debatte um die Corona-Anfälligkeit von Kindern gibt Prof. Ulrichs eine Einschätzung: "Es gibt mittlerweile einige Studien, die legen alle nahe, dass zwar die Erkrankungsgefahr bei den Kindern reduziert ist, aber nicht so sehr die Möglichkeit, Viren weiterzugeben."

Was genau das für Lockerungen beispielsweise in Kitas und Schulen bedeutet, erklärt der Forscher im Video.

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