Streit ums deutsche Tor nimmt Fahrt auf

Ter Stegen feuert gegen Neuer: „Seine Aussagen sind unpassend“

19. September 2019 - 16:17 Uhr

Droht jetzt der große Knatsch beim DFB? Marc-André ter Stegen hat die Frust-Debatte ums deutsche Tor weiter angeheizt. "Ich denke nicht, dass Manu etwas zu meinen Gefühlen sagen und diese bewerten muss. Seine Aussagen sind unpassend", sagte er bei der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Auftakt seines FC Barcelona bei Borussia Dortmund. Eine Abrechnung mit Konkurrent Manuel Neuer.

Verbale Rangeleien

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Deutschland hat zwei Weltklasse-Torhüter, aber nur einer kann spielen. Bislang war das Manuel Neuer. Ter Stegen zog in schöner Regelmäßigkeit den Kürzeren. Für den 27-Jährigen ist das absolut frustrierend, immerhin zeigt er beim Weltclub aus Barcelona starke Leistungen, die Medien nennen ihn sogar den "heiligen Marc". 

Zuletzt monierte der ehemalige Mönchengladbacher seine Situation öffentlich: Die vergangene Länderspielreise, bei der er wieder nicht zum Zug kam, sei ein schwerer Schlag gewesen. Platzhirsch Neuer konterte postwendend: "Ich weiß nicht, ob uns das hilft. Wir sind eine Mannschaft und sollten alles dafür tun, dass wir als Mannschaft auftreten. Auch wir Torhüter müssen zusammenhalten." Das wollte ter Stegen offenbar nicht auf sich sitzen lassen!

Köpke bleibt cool

Zu Wort gemeldet hat sich in dem Streit auch Andreas Köpke, Torwart-Trainer der Nationalmannschaft. Er habe kein Problem mit den Äußerungen, "denn da ist nichts unter die Gürtellinie gegangen", sagte der 57-Jährige. Wichtig sei, "dass Respekt da ist und wir im Hinblick auf die EM 2020 eine Mannschaft formen, die eng zusammensteht". Köpke weiter: "Es ist nun mal eine Position, auf der wir stark besetzt sind und man leider nicht jedem Torhüter gerecht werden kann."

Einer, der sich gut auskennt, sieht nun Bundestrainer Jogi Löw in der Pflicht. "Beide Torhüter haben mit Sicherheit ihren Anspruch auf die Nationalmannschaft, bringen hervorragende Leistungen. Nun sind die Trainer gefordert, ein Gleichgewicht zu finden", sagt der ehemalige Nationaltorhüter Bodo Illgner.