Internationaler Vergleich: Deutschland schneidet schlecht ab

Deutsche Krankenpfleger betreuen mehr als doppelt so viele Patienten wie ihre US-Kollegen

17. Januar 2019 - 18:43 Uhr

Viel Arbeit - und die ist schlecht bezahlt

Um den Bereich Pflege in Deutschland ist es schlecht bestellt. Das ist bekannt und Zahlen belegen das Problem eindeutig: Durchschnittlich betreuen Krankenpfleger in deutschen Kliniken 13 Patienten, erheblich mehr als ihre Kollegen in anderen Ländern. In der Schweiz sind es rechnerisch nur 7,9, in den USA gar nur 5,3. Das geht aus einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. RTL hat mit einem Pfleger gesprochen. Wieso er trotz schlechter Arbeitsbedingungen gerne zur Arbeit geht, erklärt er im Video.

Pfleger liegen deutlich unter dem Durchschnittslohn

Grafik-Patienten-pro-Pfleger

Erschwerend hinzu kommt demnach die schlechte Bezahlung von Pflegekräften in Deutschland. Obwohl die Arbeit nicht nur enorm nützlich für die Gesellschaft und überdies schwer und anstrengend ist, liegt der Durchschnittslohn für Krankenpfleger bei 16,23 Euro pro Stunde. Altenpfleger verdienen noch schlechter, sie bekommen im Schnitt nur 14,24 Euro. Zum Vergleich: Der Mittelwert für alle Beschäftigten in Deutschland liegt bei 16,97 Euro pro Stunde. so die Studie.

Dass Handlungsbedarf besteht, hat auch die Politik erkannt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will wegen der absehbar steigenden Kosten der Pflege eine Grundsatzdebatte über die künftige Finanzierung. "Wir müssen noch mal ganz neu austarieren, was die Familien selbst leisten können und wo sie Unterstützung brauchen", sagte er der "Bild"–Zeitung.

Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge wird der Beitragssatz angesichts immer zahlreicherer Pflegebedürftiger weiter steigen müssen. Bis zum Jahr 2045 rechnen die Autoren mit einer Steigerung von heute 3,05 auf dann 4,25 Prozent. Bereits Anfang dieses Jahres war der Beitragssatz zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte angehoben worden.