Deutsche Gewässer in schlechtem Zustand: Grüne fordern mehr Schutz

03. April 2018 - 10:32 Uhr

Wasserqualität hat sich generell verbessert

Den Flüssen und Bächen in Deutschland geht es schlecht. Das steht in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. Der Grund: In den meisten Fließgewässern herrscht zu wenig Leben und das, obwohl sich die Wasserqualität generell verbessert hat. Woran liegt das?

79% der Fließgewässer deutlich bis vollständig verändert

In 93 Prozent der Fließgewässer leben nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die man dort eigentlich vorfinden müsste. Zudem seien 79 Prozent der Fließgewässer durch Ausbau "in ihrer Struktur deutlich bis vollständig verändert", wie es in der Antwort der Bundesregierung heißt. Nur 6,6 Prozent der bewerteten Fließgewässer-Abschnitte sind nach EU-Kriterien ökologisch in gutem Zustand, gerade mal 0,1 Prozent in sehr gutem Zustand.

Obwohl sich die Wasserqualität sehr verbessert habe und etwa Biber und Lachse zurückgekehrt seien, gehörten Gewässer und Auen weiter zu den bedrohten Lebensräumen in Deutschland, schreibt das Bundesumweltministerium. In Deutschland gibt es knapp 9.000 sogenannte Fluss-Wasserkörper, also von den Behörden festgelegte Abschnitte von Flüssen.

Dünger oder Spritzmittel sorgen für schlechten Zustand der Gewässer

Laut Umweltbundesamt sind die häufigsten Gründe für einen mäßigen, unbefriedigenden oder schlechten Zustand Belastungen aus der Landwirtschaft, etwa mit Dünger oder Spritzmitteln, sowie eine Begradigung, Verbauung oder Unterbrechung durch Wehre. "Bund und Länder müssen mehr für den Schutz der frei fließenden Flüsse tun", forderte die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen, Steffi Lemke. Flüsse seien "Lebensadern unserer Landschaft" und ein Schwerpunkt des Artenreichtums. Doch die biologische Vielfalt und das Ökosystem Fluss seien "akut bedroht".

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