2019 M01 12 - 19:21 Uhr

Bahnchef Lutz verspricht Besserung

Wird die Deutsche Bahn bald pünktlicher? "Ja" sagt Bahnchef Richard Lutz vor dem Krisentreffen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Doch das konkrete Ziel scheint auf den ersten Blick nur wenig ambitioniert: Ein Pünktlichkeitsziel von gerade einmal 76,5 Prozent hat der Aufsichtsrat für den Fernverkehr im Jahr 2019 vereinbart. In Sachen Pünktlichkeit steht die Bahn im internationalen Vergleich weiterhin ganz schlecht dar.

Bahn will "Schritt für Schritt besser werden"

"Ich bin zuversichtlich, dass wir im ersten Halbjahr dieses Jahres Schritt für Schritt besser werden", sagte Lutz der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Doch die angestrebte Verbesserung wäre nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Im vergangenen Jahr erreichten nur 74,9 Prozent aller ICEs, Intercitys und Eurocitys ihre Ziele pünktlich. Jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn war damit verspätet. Im neuen Jahr strebt das Unternehmen nun eine Verbesserung von 1,6 Prozentpunkten an. Kurzfristig soll unter anderem mehr Personal sowie ein besseres Baustellen- und Fahrzeugmanagement helfen, um das zu erreichen, so Lutz.

In anderen Ländern mehr Verlass auf Züge

Weitaus besser läuft es mit der Pünktlichkeit zum Beispiel im Nachbarland Schweiz: Hier erreichen ganze 89 Prozent der Züge ihr Ziel zur geplanten Uhrzeit. Und auch in weiteren europäischen Ländern wie Finnland, Dänemark und Norwegen, aber auch in Italien und Spanien ist in Sachen Pünktlichkeit mehr verlass auf die Züge als in Deutschland. Besonders zuverlässig sind die Schnellzüge in Japan: Der "Shinkansen" hat nur selten mehr als ein paar Sekunden Verspätung und zählt als das Modell für Pünktlichkeit schlechthin.