Stopp für den Unkrautvernichter auf den Gleisen

Deutsche Bahn verzichtet ab 2022 auf Glyphosat

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28. November 2019 - 10:48 Uhr

Bahn testet alternative Methoden

Bis spätestens 2022 will die Deutsche Bahn auf den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat verzichten. Die Bahn ist der größte Einzelverwender des umstrittenen Wirkstoffs in Deutschland. Bislang wurde das Mittel eingesetzt, um zu verhindern, dass Pflanzen auf dem Schienennetz wachsen.

Um das Gleisbett pflanzenfrei zu halten, sollen bereits ab 2020 verstärkt andere Verfahren eingesetzt werden. So testet die Bahn bereits alternative Methoden wie Heißwasser, elektrischen Strom und UV-Licht. Außerdem sollen sogenannte Bioherbizide verwendet werden, sofern diese eine Zulassung erhalten. Das teilte das Bundesverkehrsministerium auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion mit, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Besonders Landwirte und Gärtner setzen auf Glyphosat

Bereits in den vergangenen Jahren hat die Deutsche Bahn den Einsatz von Glyphosat reduziert. Während im Jahr 2017 noch 67 Tonnen des umstrittenen Unkrautvertilgungsmittels eingesetzt wurden, waren es 2018 nur noch 57 Tonnen. Bislang seien 90 Prozent des Netzes einmal im Jahr mit Glyphosat behandelt worden, rund 63.000 Gleiskilometer, so das Unternehmen. Das ist etwa ein Kilogramm pro Gleiskilometer. Ausgenommen sind Naturschutzgebiete und Brücken.

Dennoch macht der Glyphosat-Verbrauch der Deutschen Bahn nur 0,4 Prozent des Gesamtverbrauchs aus. Vor allem Landwirte und Gärtner setzen das Mittel ein. Glyphosat ist in der EU bis 2022 zugelassen.

Glyphosat - Gefahr für Umwelt und Gesundheit?

Glyphosat ist weltweit das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel. Das Pestizid ist extrem wirksam. Es vernichtet alles Grün, mit dem es auf Feldern, in Parks oder in Gärten in Berührung kommt. Wegen seiner Effektivität ist es besonders bei Landwirten und Gärtnern beliebt. Sie setzen das Mittel vor allem ein, um die Felder nach der Ernte für die Neubepflanzung vorzubereiten und um besonders hartnäckiges Unkraut zu vernichten. Doch Glyphosat steht weltweit in der Kritik. Umweltschützer warnen, dass Glyphosat der Artenvielfalt schadet und mit schuld ist am Insektensterben ist. Außerdem steht das Unkrautvernichtungsmittel im Verdacht, Krebs zu erzeugen.