Haftet die Versicherung oder nicht?

Bahnmitarbeiter verweigern schwangerer Frau ihre Hilfe: Deutsche Bahn nimmt ihre Reaktion via Twitter zurück

Die Eingänge von Zügen sind nicht immer barrierefrei.
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14. Januar 2020 - 13:30 Uhr

Mutter macht der Deutschen Bahn via Twitter Vorwürfe

"Ein Zug ohne kinderwagengeeignete Einstiege und mit einer (pampigen) Schaffnerin, die lieber Achseln zuckt als einer Schwangeren mit Kleinkind behilflich zu sein?" Mutter und Bahnkundin Carina Zimniok macht ihrem Ärger über ihre Erfahrung mit der Deutschen Bahn via Twitter Luft. Schwanger und mit Kleinkind und Kinderwagen bepackt hofft sie auf ihrem Weg von München nach Nürnberg auf Hilfe beim Einstieg in den Zug, da die Zugänge nicht kinderwagengeeignet sind. Vergeblich. Die Deutsche Bahn reagiert prompt auf den Vorwurf der Mutter - wenige Tage später nimmt das Unternehmen die Aussage wieder zurück und korrigiert sich via Twitter.

Die Versicherung hafte nicht für Sach- und Personenschäden

Wenn die Eingänge eines Zuges nicht barrierefrei sind und ein Kinderwagen nicht problemlos hineingeschoben werden kann, ist es kein Problem, sich an Mitarbeiter der Deutschen Bahn zu wenden und sich von ihnen helfen zu lassen? Scheinbar nicht. Zunächst reagiert die Deutsche Bahn auf die Anschuldigungen der Bahnfahrerin wie folgt: "Die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie [die Schaffnerin, Anm. d. Red.] auch nicht helfen. Denn passiert dabei etwas, muss sie es auf ihre eigenen Kappe nehmen." Dabei gehe es um Sach- sowie Personenschäden.

„Sie muss es auf ihre eigene Kappe nehmen“

Wendung: Deutsche Bahn entschuldigt sich für ihre Aussage

Wenige Tage später nimmt die Deutsche Bahn alles zurück und vermeldet auf dem sozialen Netzwerk: "Wenn DB-Mitarbeiter unseren Reisenden helfen, dann sind sie auch versichert. Unsere Antwort auf Ihren Tweet war bedauerlicherweise falsch. Dafür möchten wir uns schon einmal auf diesem Wege ausdrücklich bei Ihnen entschuldigen."

Die Twitter-User sind nach der Entschuldigung trotzdem nicht besänftigt: "In der ZuB Ausbildung heißt es, dass MA in einem solchen Fall nicht versichert sind. Was ist jetzt gültig?", "Damit bleibt das Ausgangsproblem. Der Dame wurde nicht geholfen" und "Versichert ja. Die Bahn kann oder will aus verschiedenen Gründen solche Einstiegshilfen für Mitarbeiter aber nicht verpflichtend machen", heißt es in den Kommentaren.