„Die Leute haben Angst"

Deutsche Ärztin in Italien erklärt: So hat sich der Alltag durch das Coronavirus verändert

25. Februar 2020 - 9:15 Uhr

Angst vor Coronavirus in Italien

Italien ist besonders stark vom neuen Coronavirus betroffen. Das bekommt auch Judith Bildau zu spüren. Die deutsche Ärztin wohnt mit ihrer Familie in Rom und arbeitet in einem Krankenhaus in Pitigliano in der Toskana. "Die Leute haben Angst und überlegen sich, wie sie sich am besten schützen können", sagte sie im RTL-Interview. Wie sich der Alltag verändert hat, erzählt sie im Video.

+++ Alle aktuellen Informationen zur Ausbreitung des Coronavirus gibt es bei uns im Live-Ticker +++

„Es gibt hier überhaupt kein Desinfektionsmittel mehr in den Geschäften"

Das Virus ist für die Menschen in der ruhigen Ortschaft in der Toskana plötzlich gefährlich nah. Denn eine Krankenschwester, die ihre Familie im Ort besucht hat, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Die Frau arbeitet im besonders betroffenen Norden von Italien, wo inzwischen zehn Gemeinden zur Sperrzone erklärt wurden. Die Familie der Krankenschwester steht unter Quarantäne – trotzdem fühlen sich die Menschen im Ort nicht mehr sicher, erzählt die deutsche Ärztin.

Sie arbeitet als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtsmedizin. Viele ihrer schwangeren Patientinnen hätten ihre Termine abgesagt. Sie wollen das Risiko, sich im Krankenhaus mit dem Virus anzustecken lieber nicht eingehen. "Es gibt hier überhaupt kein Desinfektionsmittel mehr in den Geschäften und auch keine Hygienemasken mehr", erzählt Bildau.

Wer bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus besonders gefährdet ist, zeigt diese Tabelle. 

Coronavirus in Italien
In Italien wurden mehrere Orte zur Sperrzone erklärt, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.
© REUTERS, YARA NARDI, /dam/mjb

Geschlossene Schulen und leer gekaufte Supermärkte

Auch die Supermärkte würden leer gekauft. Man würde spüren, dass die Menschen sich alle vorbereiten und mit dem Nötigsten eindecken. Auch die Schulen seien geschlossen und alle würden versuchen, das öffentliche Leben soweit möglich zu meiden. Bisher war Bildau relativ entspannt, sagt sie im Interview. Aber um ihre Kinder macht sie sich schon Sorgen. "Wir kaufen jetzt auch mal ein, wir stocken die Vorräte auf und gucken einfach, was kommt", sagt sie.

Wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen können, erklären wir hier.