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Deutliche Ernterückgänge 2018 - Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner kündigt Millionenhilfe für Bauern an

Deutliche Ernterückgänge 2018 - Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner kündigt Millionenhilfe für Bauern an

26 Prozent weniger Getreideernte als im Vorjahr

Die andauernde Hitze und Trockenheit in Deutschland hat vor allem den Bauern zu schaffen gemacht. Einige Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht. Jetzt ist klar: Durchschnittlich werden die Landwirte 26 Prozent weniger Getreide als in den Vorjahren ernten können. Der Deutsche Bauerverband forderte bereits im Juli Unterstützung von der Bundesregierung . Jetzt hat diese Hilfen für bedürftige Bauern in dreistelliger Millionenhöhe angekündigt.

Welche Hilfe bekommen Bauern?

15.08.2018, Berlin: Julia Klöckner (CDU), Bundesagrarministerin, bei einer Pressekonferenz zu den Dürreschäden in der Landwirtschaft. Das Bundeskabinett berichtet erneut über den aktuellen Stand der Ernteschäden. Foto: Lisa Ducret/dpa +++ dpa-Bildfun
Pressekonferenz - Dürreschäden in der Landwirtschaft
dul, dpa, Lisa Ducret

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte in einer Pressekonferenz, die Unterstützung bewege sich in einem Rahmen von 150 bis 170 Millionen Euro. Damit bleibt sie deutlich unter der Forderung des Bauernverbandes, der ursprünglich Hilfen von bis zu einer Milliarde Euro gefordert hatte . Zusätzlich zum Geld vom Bund sollen die Länder nochmals denselben Betrag an Unterstützung zur Verfügung stellen. Bis auf das Saarland und Rheinland-Pfalz sind alle Länder von den starken Ernteeinbußen betroffen. Damit erreicht das Ganze das "nationale Ausmaß", das nötig ist, um überhaupt Hilfen zu gewähren. Der Notstand wurde offiziell ausgerufen. Zusätzlich gelten die Bedingungen, dass nur diejenigen Betriebe Hilfe erhalten, die einen Ernteausfall von über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hatten. Auch Betriebe, die akut existenzgefährdet sind, sollen die Unterstützung erhalten. Viehhaltende Betriebe werden laut Klöckner bevorzugt behandelt. Die Hilfe vom Bund soll im September endgültig beschlossen werden, vorher können Bauern bereits bei den Ländern Hilfe beantragen.

Die letzte Unterstützung des Bundes dieser Art für Bauern gab es im Jahr 2003, als die Ernteausfälle nach dem Jahrhundertsommer ähnliche Ausmaße annahmen. Klöckner stellte in der Pressekonferenz klar, dass der Bund nicht "nach Vollkaskomanier" entschädige. Alle Betriebe würden auf ihre Bedürftigkeit überprüft und erhielten dann die entsprechenden Gelder.

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Missernte? Es gibt große regionale Unterschiede

22.08.2018, Berlin: Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands, beantwortet während einer Pressekonferenz im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft, zur Bilanz der schwierigen Ernte 2018 Fragen von Journalisten. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Bauernpräsident Joachim Rukwied äußert sich zu den Ernteausfällen
wk, dpa, Wolfgang Kumm

Die Bundesregierung beruft sich bei ihren Hilfen auf dem amtlichen Erntebericht, der nun vorliegt. Vorher hatte bereits Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben, der Durchschnittsertrag bei Getreide liege in diesem Jahr bei 35,6 Millionen Tonnen – das sind ca. 26 Prozent weniger, als in den Jahren 2013 bis 2017 durchschnittlich erwirtschaftet wurden. Zwischen einzelnen Regionen in Deutschland gebe es aber deutliche Unterschiede. So sei beispielsweise der Ertrag in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg beinahe durchschnittlich, während gerade im Norden und Osten Deutschlands die Ernteeinbußen teilweise bei 70 Prozent lägen. In Schleswig-Holstein wird sogar die schlechteste Ernte seit 40 Jahren erwartet. In diesen Regionen könne man beinahe von einer Missernte sprechen, sagte Rukwied.

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​Gründe für die Einbußen sind vor allem der wenige Niederschlag und die andauernde Hitze. Allerdings spielt auch die schlechte Herbstbestellung 2017 eine Rolle. Bereits hier waren die Bedingungen für die Bauern nicht optimal. Neben akuten Ernteausfällen bei Getreide drohen Viehhaltern vor allem auch beim Futter für ihre Tiere teils akute Probleme. Manche Höfe nutzen deswegen schon Vorräte für den Winter. Andere müssen Futter von anderswo zukaufen, wobei allein schon der Transport extra kostet.​ Auch die Kartoffelernte droht extrem schlecht auszufallen.