Deutlich mehr Aufenthaltsverbote gegen Störer beim Fußball

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild
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25. Februar 2020 - 7:30 Uhr

Die Polizei in Rheinland-Pfalz hat in der laufenden Fußball-Saison 2019/20 landesweit schon deutlich mehr Aufenthalts- und Betretungsverbote für Störer verhängt als in der Spielzeit davor. Insgesamt waren es 2019/20 bereits 114, wie das Innenministerium in Mainz auf eine Anfrage aus der CDU-Fraktion mitteilte. In der ganzen Saison 2018/19 sprachen die Polizeipräsidien im Land demnach nur 23 Verbote aus.

Von den 114 Aufenthalts- und Betretungsverboten aus der laufenden Spielzeit waren 36 dem Drittligisten 1. FC Kaiserslautern zuzurechnen, 34 dem Fünftligisten TuS Koblenz, 29 dem Bundesligisten 1. FC Köln. Gegen acht Anhänger des baden-württembergischen Drittligisten Waldhof Mannheim, ein Erzrivale von Kaiserslautern, wurde ein Aufenthalts- und Betretungsverbot verhängt.

Des weiteren listete das Ministerium noch vier Anhänger von Bundesligist Eintracht Frankfurt auf sowie drei des Drittligisten Hansa Rostock. Der starke Anstieg der Verbote sei Resultat einiger traditionsreicher Derbys, die es in der Saison davor entweder gar nicht gegeben habe oder die nicht mit der entsprechenden Brisanz stattgefunden hätten, erklärte das Innenministerium in Mainz.

Für welche Zone ein Aufenthalts- oder Betretungsverbot gilt, wird den Angaben zufolge individuell geregelt. Für Fans der Auswärtsvereine würden diese regelmäßig für das gesamte Stadtgebiet ausgesprochen, in dem das Fußballspiel ausgetragen wird. Für Heimfans gelte das auch, es sei denn, sie wohnen in der Stadt.

"In dem Fall wäre es nicht möglich, ihnen das Betreten der gesamten Stadt zu verwehren", teilte das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. "In solchen Fällen werden die Aufenthalts- und Betretungsverbote für einen eng umgrenzten Raum der Stadt ausgesprochen. In der Regel handelt es sich dabei um einen größtmöglichen Radius um das Stadion beziehungsweise das Stadionumfeld."

Aufenthalts- und Betretungsverbote sind zu unterscheiden von Stadionverboten, die die jeweils gastgebenden Vereine nach Vorfällen über den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aussprechen. Vom 1. FC Kaiserslautern wurden in der Saison 2019/20 bis zum 30. Dezember vergangenen Jahres fünf solcher bundesweit geltender Verbote verhängt, vom Bundesligisten Mainz 05 sowie den Regionalligavereinen aus dem Land bis dato keines. 2018/19 waren es laut Innenministerium sechs bundesweite Stadionverbot rheinland-pfälzischer Vereine.

Verletzt wurden bei Fußballeinsätzen in Rheinland-Pfalz 2019/20 bisher sechs Polizisten, zwei rund um Spiele von Mainz 05, vier in Kaiserslautern. In der Spielzeit davor waren es zehn verletzte Polizisten gewesen.

Quelle: DPA