Detroit (USA): Trinkwasser für viele Menschen zu teuer

22. März 2015 - 20:47 Uhr

UN: Grundrecht auf Wasser

In der US-Metropole Detroit können sich viele Menschen das Trinkwasser nicht mehr leisten. Die Stadt hat die Kosten erhöht, weil sie selbst pleite ist. RTL-Reporter Carsten Mierke hat zwei betroffene Familien besucht.

Detroit: Trinkwasser für viele Menschen zu teuer
Die abgestellten Wasserventile wurden - für jeden sichtbar - mit blauen Markierungen versehen.

Naida Martin schaut auf die letzten Tropfen, die aus ihrem Anschluss im Keller laufen. Oben in der Küche ist die Leitung schon leer. "Wir haben drei Kinder hier, die brauchen Wasser. Wir auch, zum Duschen, zum Kochen. Heute um 8:30 Uhr kamen sie und haben das Wasser abgestellt." Wie lange sich die Familie noch bei den Nachbarn waschen muss, wissen sie nicht. Auch Valerie ist betroffen. Aus Scham möchte sie nicht erkannt werden: "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist herzlos, gefühlskalt, den Behörden ist alles egal."

Überall entlang der Straße sind die abgestellten Wasserventile mit blauen Markierungen gekennzeichnet – sichtbar für jeden. Die Menschen fühlen sich stigmatisiert, erzählt RTL-Reporter Mierke. Detroit ist pleite. Die Stadt braucht dringend Einnahmen. "Um 8,7 Prozent mussten wir die Gebühren erhöhen, weil die Leute einfach nicht zahlen. Das Abdrehen schulden wir unseren zahlenden Kunden", sagt Curtise Garner von den städtischen Wasserwerken.

Immerhin: Nach wütenden Protesten hat die Stadt Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, inzwischen ihre Hilfe zugesichert. Zuvor hatte sich auch die UN eingeschaltet, da das Recht auf Wasser zu den Grundrechten gehört. Die blauen Markierungen will Detroit allerdings beibehalten.