Trump setzt Deutschland unter Druck

Darum können wir deutsche IS-Kämpfer nicht zurücknehmen!

18. Februar 2019 - 10:43 Uhr

Terrorismusexperte erklärt, wie schwierig die Strafverfolgung ist

Pünktlich zum Ende der Sicherheitskonferenz hat sich US-Präsident Trump zu Wort gemeldet. Per Twitter hat er Deutschland und andere europäische Staaten aufgefordert, in Syrien inhaftierte Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat zurückzuholen und vor Gericht zu stellen. Andernfalls, so Trump, würden die USA die IS-Kämpfer freilassen. Im Video erklärt Terrorismus-Experte Peter Neumann, warum es schwierig ist, die IS-Kämpfer in Deutschland ins Gefängnis zu stecken.

Auswärtiges Amt reagiert zurückhaltend

"Es gibt etwa 120 Deutsche, die nach Syrien gegangen sind, um sich dort dem IS anzuschließen", sagt Peter Neumann am Rande der Sicherheitskonferenz in München. "Die wurden von den Kurden gefangen und sitzen momentan in kurdischer Haft. Die Kurden wollen sie nicht behalten und sagen: Das sind deutsche Staatsbürger! Ihr müsst die zurücknehmen!"

Das Auswärtige Amt reagierte bisher zurückhaltend. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es, die Bundesregierung prüfe mögliche Optionen, um deutschen Staatsangehörigen insbesondere in humanitären Fällen eine Ausreise aus Syrien zu ermöglichen.

IS-Kämpfer wollen zurück nach Deutschland

Gerade einmal 18 Jahre alt war der Dortmunder Lucas Gläß, als er seine Ausbildung wegschmiss und einen radikalen Schritt tat: Zusammen mit seiner Frau reiste er in das vom Bürgerkrieg gebeutelte Syrien und schloss sich dort der IS-Terrormiliz an. Im exklusiven RTL-Interview erzählt Lucas, warum er jetzt zu seiner Familie nach Deutschland zurückkehren möchte.