Lola Michalik kämpft für Gerechtigkeit

Garagenbesitzer fährt Einbrecher (18) tot – Mutter glaubt nicht an Versehen

30. Oktober 2020 - 18:31 Uhr

Einbruch in Garage in Dessau

Mit 18 Jahren bricht Justin aus Dessau in eine Garage ein. Deren Besitzer Christian S. kriegt das mit – und fährt den Jungen tot. Aus Versehen, wie er sagt. Doch das glaubt Justins Mutter nicht. Vor Gericht kämpft Lola Michalik darum, dass der Garagenbesitzer eine gerechte Strafe bekommt, wie unser Video zeigt.

18-Jähriger wollte Ersatzteile fürs Moped zu klauen

Im Juni 2017 kommt der 18-jährige Justin mit seinen Freunden auf die Idee, in eine Garage einzubrechen. Sie wollen Ersatzteile für ihre Mopeds stehlen, ahnen aber nicht, dass der Garagenbesitzer schon öfter beklaut wurde. Und sich gegen Einbrüche abgesichert hat.

Als er einen Alarm auf sein Handy bekommt, will Christian S. die Täter stellen. Doch Justin und seine Freunde fliehen, der Beklaute verfolgt sie mit dem Auto. "Der Täter muss in rasender Geschwindigkeit vorgefahren sein. Justin ins Gebüsch, er hinterher", erinnert sich Lola Michalik.

Mutter glaubt: Justin wurde absichtlich überfahren

Der Garagenbesitzer überfährt Justin im Gebüsch. Christian S. sagt, es sei ein Unfall gewesen Doch daran glaubt Justins Mutter nicht. Sondern, dass "er das Auto als Waffe benutzt hat, um Justin zu schaden".

Während Justins Kumpels ziemlich schnell wegen des Einbruchs angeklagt werden, läuft Christian S. frei herum. Lola Michalik nimmt sich eine Anwältin und sammelt Beweise.

Todesfahrer drohen 15 Jahre Haft

Ihr Kampf hat sich gelohnt. In Dessau wurde jetzt der Prozess gegen den 30-jährigen Fahrer eröffnet. Die Strafkammer hat die Anklage deutlich verschärft: Statt Körperverletzung mit Todesfolge lautet der Vorwurf jetzt Totschlag. Dem Angeklagten drohen 15 Jahre Haft.