18. Dezember 2018 - 23:45 Uhr

Hund, Katze & Co. sollen nicht zum spontanen Geschenk werden

Zeit, Verantwortung und Geld: All das fordert ein neues Haustier. Viele Tierheime in ganz Deutschland stellen deshalb um die Weihnachtszeit die Vermittlung ihrer Schützlinge ein. Hund, Katze oder Kaninchen sollen nicht als unüberlegte Überraschung unter dem Weihnachtsbaum landen.

Bereits an Heiligabend werden viele Tiere ausgesetzt

Allein in Niedersachsen verhängen alle 74 Mitgliedseinrichtungen des Landestierschutzverbandes einen solchen Vermittlungsstopp. Die Tierheime ziehen damit Konsequenzen aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre: "Früher konnte man an Heiligabend losfahren und die ausgesetzten Tiere einsammeln", sagte Gabriele Schwab vom Tierheim Bremen der "Hannoverschen Allgemeinen". In Bremen hat der Weihnachts-Vermittlungsstopp zur Folge, dass nach den Feiertagen deutlich weniger ungewollte Kaninchen, Hamster oder Wellensittiche im Heim landen.

Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt landen die Fellnasen oft wieder im Heim, nämlich dann, "wenn der Urlaub vorbei ist und der Alltag naht", erklärt Doris Peterek, Leiterin des Tierheims Hannover.

Wie lange die Tierheime die Vermittlung aussetzen, ist unterschiedlich. Bei den meisten geht es Anfang bis Mitte Januar wieder damit los. Ist der Wunsch nach einem neuen Haustier wirklich von Dauer, können Interessenten sich vor Ort beraten lassen.


Quelle: DPA, RTL.de

Stress durch Trubel und Silvesterknaller

Abgesehen von Entscheidungen, die möglicherweise zu spontan getroffen werden und den Interessenten dann über den Kopf wachsen, spricht laut Peterek noch ein anderer Grund dagegen, für die Pause über Weihnachten: "Gerade zu dieser Zeit ist viel Trubel im Haus und ein Tier braucht Eingewöhnungszeit", erklärt sie der HAZ. Das Knallen der Böller an Silvester bedeutet zusätzlichen Stress.

Vermittlungsstopp bringt Erfolg

Wie lange die Tierheime die Vermittlung aussetzen, ist unterschiedlich. Bei den meisten geht es Anfang bis Mitte Januar wieder damit los. Der Wunsch nach einem Haustier soll aber nicht unterbunden werden: Vorbeikommen und sich ein bestimmtes Tier aussuchen dürfen Familien auch im Dezember - nur Abholen geht eben erst im neuen Jahr. Für den Platz unterm Weihnachtsbaum bieten viele entsprechende Gutscheine an.

Im Bremer Heim verzeichnet die Maßnahme sichtbare Erfolge: Laut Leiterin Gabriele Schwab landen dort nach den Feiertagen deutlich weniger ungewollte Kaninchen, Hamster oder Wellensittiche.


Quelle: DPA, RTL.de