"Der WhatsApp-Datenschutz ist kaputt" - Software 'WhatsSpy' hebelt ihre Privatsphäre einfach aus

© Screenshot WhatsApp

11. Februar 2015 - 20:05 Uhr

Von Sebastian Werner

Blaue Haken oder doch nicht, unverschlüsselt durchs Handynetz fliegende Nachrichten, geklaute Profile: Die Liste der Datenschutz-Skandale und –Skandälchen bei unser aller Lieblings-Nachrichten-App WhatsApp ist endlos. Jetzt kommt ein weiterer Punkt hinzu: Eine neue Software taugt als perfekte Stalking-Anwendung.

Man kann mit 'WhatsSpy' für einen beliebigen anderen WhatsApp-Nutzer protokollieren, welche Profilbilder er genutzt hat, welche Status-Nachrichten er geschrieben hat und wann er on- und offline war. Und Achtung: Letzteres geht sogar dann, wenn der Nutzer das in den Privatsphäre-Einstellungen eigentlich verhindert.

Das Wichtigste dennoch: Ihre privaten Nachrichten in den 'Chats' sind (zumindest vor dieser Spähsoftware…) sicher. Dennoch: Schaut man sich an, was für einen Datenberg man mit der Software zu einer einzelnen Person anhäufen kann, bekommt man schon ein mulmiges Gefühl. Kein Wunder, dass der holländische Entwickler 'Maikel' über seine Software schreibt: "Der WhatsApp-Datenschutz ist kaputt."

Stalker brauchen Programmier-Kenntnisse

Screenshot aus der Anwendung 'Whatsspy'
Bunt und übersichtlich auf einer Zeitachse: Wann war der WhatsApp-Nutzer online?
© WhatsSpy Wiki

Es ist leider ein Traum für Stalker: Wann war Person XY wie lange online, wann hat sie ein neues privates Profilbild ausgewählt (und welches!?), wann eine neue Statusmeldung abgesetzt. Und das alles hübsch grafisch auf einer Zeitachse aufbereitet - nicht etwa ein Haufen Zahlen in weiß auf schwarz, wie man ihn aus Hacker-Filmen kennt.

Immerhin ist die technische Hürde für 'Jedermann' recht groß, die Software überhaupt zum Laufen zu bekommen. Neben Server und Sim-Karte mit WhatsApp-Zweitkonto bräuchte man auch noch einen speziellen Rechner und dann doch Programmierkenntnisse.

Dennoch bleibt es mehr als beunruhigend, wenn ein Entwickler offenbar so einfach auf diese Daten bei WhatsApp zugreifen kann. Auf unsere Anfrage dazu hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert – wir werden die Reaktion hier ergänzen.



Sebastian Werner ist gebürtiger Hamburger und studierte Angewandte Medienwirtschaft an der 'medienakademie', wobei er sich besonders für den journalistischen Teil begeistern konnte. Das brachte ihn zu RTL interactive, wo er heute Chef vom Dienst der Nachrichtenredaktion ist. Er schätzt vor allem Themen, die die Menschen bewegen – oder bewegen sollten. Diese findet er im "echten" Leben mit seiner Familie in Köln – und im "digitalen" Leben in den verschiedenen Social Networks.