Der Überraschungs-Check: So stehen die Chancen der Außenseiter im DFB-Pokal

Bange Blicke beim HSV: Stolpern die Hanseaten in Wiesbaden?
Bange Blicke beim HSV: Stolpern die Hanseaten in Wiesbaden?
© dpa, Axel Heimken, ahe hak

29. Oktober 2018 - 16:32 Uhr

Wer knackt den Favoriten?

Frankfurt, Stuttgart, Dresden und Bochum hat es schon erwischt, sie mussten in der ersten Runde des DFB-Pokals als Favorit die Segel streichen. Doch wer ist als nächstes dran? Wir machen den Außenseiter-Check der 2. Runde, die am Dienstag und Mittwoch stattfinden wird. So stehen die Chancen für eine Überraschung.

Hansa Rostock - 1. FC Nürnberg: 50 Prozent

Hansa VfB
Jubeln die Rostocker auch gegen Nürnberg?
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Die erste Überraschung lauert in Rostock, wo Hansa den 1. FC Nürnberg empfängt.

Mit Platz 14 in der Liga können die Nürnberger eigentlich zufrieden sein, man befindet sich sogar noch vor dem Vizemeister Schalke 04. Allerdings belegt die Mannschaft unter Trainer Michael Köllner den letzten Platz der Auswärtstabelle. Die Franken konnten auf fremden Plätzen noch kein einziges Spiel gewinnen. Und jetzt geht es in den Hexenkessel nach Rostock.
Hinzu kommt: Der Viertplatzierte der 3. Liga ist zuhause eine Macht, die Hanseaten gewannen diese Saison vier ihrer sieben Heimspiele. Nürnberg kann beim Ligakonkurrenten aus Stuttgart nachfragen, in Rostock ist es nicht angenehm zu spielen. In der ersten Runde des DFB-Pokals hieß es zwischen Hansa und dem VfB nach 90 Minuten 2:0 für den Außenseiter. Am Mittwoch wird das Ostseestadion kochen und Nürnberg muss aufpassen, dass sie sich nicht die Finger verbrennen, denn der Club ist ja bekanntlich ein Depp!

SV Wehen Wiesbaden - Hamburger SV: 30 Prozent

Wehen
Wiesbaden brachte mit St. Pauli schon in der ersten Runde einen Hamburger Verein zu Fall
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Auf den Hamburger SV, mit Neu-Coach Hannes Wolf, wartet in der 2. Runde des DFB-Pokals mit dem SV Wehen Wiesbaden eine lösbare Aufgabe – zumindest auf dem Papier. Doch bei genauerem Hinsehen stehen die Chancen auf ein Weiterkommen der Hessen gar nicht mal schlecht.

Den SVWW und den ehemaligen 'Bundesliga-Dino' (und gefühlten Erstligisten) trennt nur eine Liga. Für den HSV ist das Pokalspiel erst der zweite Auftritt nach dem Trainerbeben. Beim Drittligisten aus Wiesbaden läuft es aktuell rund. Nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen sind es nur sechs Punkte Rückstand auf Tabellenführer VfL Osnabrück. Dass sich der Drittligist auch im Pokal gegen den klaren Favoriten durchsetzen kann, zeigten die Hessen bereits in der ersten Pokal-Runde, als die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm den FC St. Pauli aus dem Wettbewerb schmiss. "Wir hoffen natürlich, dass wir mit der Unterstützung der Zuschauer die Sensation packen", sagte SVWW-Sportdirektor Christian Hock. Auch die Heimstärke könnte ein Faktor sein, um dem Schwergewicht aus dem Norden ein Bein zu stellen.

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SSV Ulm - Fortuna Düsseldorf: 20 Prozent

Noch eine Etage weiter runter muss Fortuna Düsseldorf. Für die Fortuna geht es nach Ulm, auf dem Blatt heißt es dann sogar erste gegen vierte Liga. Jedoch riecht es auch in dieser Partie nach einer Überraschung.

Denn Düsseldorf steht mit fünf Punkten nach neun Spielen und dem 17. Tabellenplatz alles andere als gut da. Hinzu kommen 21 Gegentore, die Schießbude der Bundesliga. Und nicht zu vergessen: Ulm darf sich "DFB-Pokalsieger-Bezwinger" nennen. Denn in der ersten Runde warfen die Ulmer den amtierenden Champion, Eintracht Frankfurt, aus dem Turnier. Angeschlagene Düsseldorfer, aufgepasst!

BSG Chemie Leipzig - SC Paderborn: 15 Prozent

Kai Druschky war in der ersten Pokalrunde der Mann der Stunde: Mit seinem 25-Meter-Hammer schoss er seine BSG Chemie Leipzig gegen Jahn Regensburg zum 2:1-Sensationssieg. Jetzt wartet mit Paderborn der nächste Zweitligist – und der nächste Siegtreffer von Druschky? "Wenn sich das wiederholt, darf Kai den Rest der Woche ausschlafen", sagt Christian Rocca, Chef des Immobilien-Unternehmens, bei dem der Stürmer im Moment seine Ausbildung macht. Na wenn das nicht Motivation genug ist!

Sportlich steht die BSG allerdings vor einer Mammutaufgabe: Mit Paderborn ist der Sechste der zweiten Liga zu Gast. Bescheiden gibt sich da auch Trainer Dietmar Demuth, bei dem der Name anscheinend Programm ist: "Ein guter Zweitligist muss in der Lage sein, einen Fünftligisten zu schlagen. Paderborn spielt in der 2. Liga tollen Fußball, dagegen sind wir ein kleines Licht." Mut macht da nur die bisher herausragende Saisonleistung der BSG: Nach elf Spielen ist Leipzig mit zehn Siegen im Gepäck ungeschlagener Tabellenführer.