„Haustier-Berater" klärt über Haltung und Kosten auf

Tierschutzbund: „Keine Tiere als Weihnachtsgeschenk!"

Tiere sollten nicht zu Weihnachten verschenkt werden, fordert der Tierschutzbund.
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18. Dezember 2019 - 7:34 Uhr

Bundeslandwirtschaftsministerium bietet „Haustier-Berater" an

Die Katzenhaare nerven, der Vogel ist zu laut und die Kosten für den Hund sind höher als gedacht: Noch immer werden viele Haustiere unüberlegt oder spontan gekauft - vor allem zu Weihnachten. Und nach den Festtagen werden sie den neuen Besitzern schnell wieder lästig. Der Online-"Haustier-Berater" des Bundeslandwirtschaftsministerium soll helfen, das zu verhindern.

Online-„Haustier-Berater"

Die beliebten blau-gelben Doktorfische gelten als schwierige Pfleglinge, für einen Hund müssen im Monat mindestens Kosten von um die 90 Euro gerechnet werden und für Kinder im Alter von zehn Jahren sind Fische und Terrarientiere nicht geeignet. Das geht aus dem "​Haustier-Berater" hervor, den das Bundeslandwirtschaftsministerium anbietet.

Neben dem Alter der Tierhalter orientiert sich der Online-Berater in Sachen Haustierkauf an der Größe des gewünschten Tiers, seiner Herkunft, dem Pflegebedarf, dem "Kuschelfaktor", der Lebenserwartung sowie an den monatlichen Kosten für die Haltung.

Vermittlungsstop bei Tierheimen vor Weihnachten

"Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke", sagte die Sprecherin des Deutschen Tierschutzbunds, Hester Pommerening. "Weihnachten ist mit dem ganzen Trubel nicht unbedingt der ideale Zeitpunkt für den Einzug eines tierischen Mitbewohners." Wenn die Entscheidung für ein Haustier gründlich überlegt sei, sollte zu Weihnachten zunächst lieber ein Ratgeber, Heimtierzubehör oder ein Gutschein verschenkt werden. "Lebewesen sind keine Sache wie Spielzeug oder Pullover, die man abhakt oder sogar umtauscht."

Zahlreiche Tierheime vermittelten vor Weihnachten keine Tiere mehr, um zu verhindern, dass diese unterm Weihnachtsbaum landeten. 

Viele unüberlegt angeschaffte Tiere würden über kurz oder lang ausgesetzt oder einem Tierheim übergeben. In Berlin seien nach den Weihnachtsfeiertagen 2018 viele kleine Hunde und Katzen aufgegriffen oder an Tierheimen abgegeben worden. Meist würden lästige Hunde, Katzen oder Meerschweinchen aber erst nach und nach ausgesetzt oder abgegeben. Typisch sei der erste Sommerurlaub nach der Anschaffung des Haustiers, oder wenn die neuen Tierbesitzer bemerkten, dass sie mit den Haltungsbedingungen doch nicht klar kämen, oder die Kinder sich doch nicht so sehr um das Tier kümmerten wie in der ersten Begeisterung zugesagt. ​


Quelle: DPA