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Der letzte Akt der Costa Concordia: Bergung hat begonnen

Der letzte Akt der Costa Concordia: Bergung hat begonnen

RTL-Reporter Udo Gümpel berichtet aus Giglio

Zweieinhalb Jahre nach der Costa-Concordia-Katastrophe haben die letzten Vorbereitungen zum Abtransport des riesigen Wracks begonnen. Vor der Mittelmeer-Insel Giglio will ein Team aus Hunderten Spezialisten den 290 Meter langen Kreuzfahrtkoloss zunächst um zwei Meter anheben. Innerhalb von einer Woche soll das Schiff zum Abtransport bereit sein und zum Verschrotten in den Hafen von Genua geschleppt werden. Bei der Havarie waren im Januar 2012 insgesamt 32 Menschen gestorben, darunter zwölf Deutsche.

Bergung der Costa Concordia
Die mit Spannung erwartete letzte Phase der Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia hat begonnen.
REUTERS, ALESSANDRO BIANCHI

"Die kritischste Phase ist sicherlich die, wenn das Schiff von den Plattformen gelöst wird", erklärte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli. Dieser Vorgang glückte den Einsatzkräften jedoch heute Morgen reibungslos. "Zweieinhalb Jahre nach dem Unglück soll die Costa Concordia wieder selbstständig schwimmen, wenn auch mithilfe der riesigen Schwimmkörper, die jetzt ausgeblasen werden, um das Ballastwasser herauszutreiben", berichtet RTL-Reporter Udo Gümpel, der die heikle Aktion vor Ort beobachtet.

Zwei Jahre soll das Verschrotten der Costa Concordia dauern

Danach soll die Costa Concordia beim sogenannten Aufschwimmen zunächst 30 Meter aufs Meer hinausgeschleppt und dort befestigt werden. In den kommenden Tagen will das internationale Team dann die letzten der 30 Schwimmkästen aus Stahl in Position bringen, bevor diese mit Luft gefüllt werden und dem ehemaligen Kreuzfahrtriesen so den nötigen Auftrieb für den Abtransport geben. Statt der bisher 30 Meter soll das Schiff dann einen Tiefgang von etwa 17 Metern haben. "Ich habe großes Vertrauen, dass unsere Bergungsspezialisten dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss bringen werden", sagte Michael Thamm, Vorstandschef der Reederei 'Costa Crociere'. "Noch nie hat es eine ähnliche Aktion gegeben." Die Bergungsarbeiten kosten die Reederei alles in allem etwa 1,5 Milliarden Euro.

Das Projekt wird aus einem Kontrollraum auf dem Wrack gesteuert. Das Verfahren ist nicht ohne Risiko, immer wieder wird es unterbrochen, um den Zustand des Schiffs und eine mögliche Belastung des Meers zu überprüfen. Umweltschützer befürchten, das Wrack könnte auseinanderbrechen oder schädliche Flüssigkeiten verlieren. Nach dem erfolgreichen Aufschwimmen soll die Costa Concordia etwa 350 Kilometer weit durch das Mittelmeer bis nach Genua geschleppt werden. Bei einer Geschwindigkeit von knapp vier Stundenkilometern braucht der Koloss dafür mehrere Tage. Zwei Jahre soll dann das Verschrotten des Schiffs noch dauern. Bis zu 80 Prozent der Materialien sollen nach Angaben der Verantwortlichen recycelt werden.