Der Heiße Stuhl: Thilo Sarrazin spricht sich für die konsequente Abschiebung Krimineller aus

17. Dezember 2016 - 10:06 Uhr

"Wer hier in Deutschland Schutz sucht, muss sich auch benehmen"

Bei der Neuauflage des TV-Klassikers "Der Heiße Stuhl" diskutierte Moderator Steffen Hallaschka mit seinen Gästen über die Auswirkungen der Silvesternacht in Köln. Der umstrittene Buchautor und Ex-Politiker Thilo Sarrazin nahm Platz auf dem Heißen Stuhl und verteidigte seine These: "Wer hier in Deutschland Schutz sucht, muss sich auch benehmen. Kriminelle müssen konsequent abgeschoben werden."

Die muslimische Publizistin und Buchautorin Khola Maryam Hübsch, der Bundestagsabgeordnete Kai Gehring (Bündnis 90/Die Grünen), Schauspielerin und Moderatorin Annabelle Mandeng und Arnold Plickert von der Gewerkschaft der Polizei standen Sarrazin gegenüber und versuchten, ihn in die Enge zu treiben.

"In Deutschland wird alle zehn Minuten eine Frau vergewaltigt"

Sarrazin bezog klar Position und erklärte gleich zu Beginn: "Wenn eine Million junge Männer ins Land kommen, ohne Zugang zu Mädchen und Frauen, ist das ein Problem". Hübsch hielt dagegen und warnte davor, das Problem zu pauschalisieren. Sexuelle Gewalt an Frauen sei keine Frage der Religion. "In Deutschland wird alle zehn Minuten eine Frau vergewaltigt jede zweite, dritte Frau hat Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt", sagte sie.

"Muslimische Männer sind einfach häufiger gewalttätig als andere Männer gleichen Alters", behauptete Sarrazin. Außerdem warf er der Kölner Polizei Unfähigkeit vor, so sei das Problem zufällig dort besonders deutlich ans Licht gekommen.

"Was passiert ist, ist schlimm genug"

Plickert von der Gewerkschaft der Polizei wiedersprach: "Ich weise entschieden zurück, was Herr Sarrazin gesagt hat, die Polizei in Köln sei unfähig. Das ist eine Unverschämtheit!" Er erklärte, dass das Phänomen der Kölner Silvesternacht in Deutschland vorher noch nie zu beobachten war, darum habe man sich auch nicht darauf vorbereiten können.

"Das gezielte Umstellen von Frauen in Gruppen, um sie sexuell anzugehen und auszurauben, dieses Phänomen kennen wir vom Tahir Platz in Ägypten, wir kennen es aus Indien, aus Bangladesch, aber so in der Form haben wir es in der Silvesternacht zum ersten Mal kennengelernt." Der Polizeigewerkschafter warnte vor Populismus und mahnte an, nicht alle Flüchtlinge pauschal zu verurteilen. "Was passiert ist, ist schlimm genug", sagte er.

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