Kinostart: 13. August 2020

Sommerkomödie „Der göttliche Andere“: Maria verdreht sogar Gott den Kopf

12. August 2020 - 16:37 Uhr

von Mireilla Zirpins

Eigentlich eine witzige Idee: Journalist Gregory (Callum Turner aus "Phantastische Tierwesen"), ein überzeugter Atheist und Zyniker, soll in Rom über eine Papstwahl berichten und verknallt sich in ein hübsches Mädchen (Matilda de Angelis), das Maria heißt und Nonne werden will. Da wird Gott eifersüchtig und versucht die beiden auseinanderzubringen. Und der Allmächtige hat schließlich die Power, die Mafia auf den Plan zu schicken oder einfach mal einen Kurzschluss zu verursachen, wenn die beiden Lovebirds sich anschicken zu knutschen. Hätte eine erfrischende Sommerkomödie werden können, zündet aber nur stellenweise. Größter Lichtblick: die sympathische Matilda de Angelis.

Sie wurde 2018 zum European Shooting Star gewählt, die mittlerweile 24-jährige Matilda de Angelis aus dem italienischen Bologna. Sie hat schon mit Nicole Kidman und Hugh Grant für die Serie "Undoing" vor der Kamera gestanden und in "Schnell wie der Wind" als Rennfahrerin Giulia überzeugt. Und so glauben wir ihr auch hier, dass sie allen Ernstes ins Kloster gehen will, obwohl das ja nun in unserer Zeit das letzte ist, was man einer attraktiven jungen Frau zutrauen würde. Klingt zwar ein bisschen, als wäre Selbstfindung in einem Ashram eher das Richtige für sie, aber geschenkt: Regisseur Jan Schomburg ("Vergiss mein Ich") hat uns schon mal geschickt zumindest über diese Storyklippe gelotst. Und da lauern einige.

Denn die eigentlich absurde Grundidee der Geschichte ist glaubwürdiger als so manche "göttliche Fügung", die uns Zuschauer da noch so erwartet. Jan Schomburg lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass es Gott wirklich gibt. Aber man darf sich fragen, warum er sich mal überaktiv und kontrollorientiert gibt und sich aus manchem fast zu sehr raushält.  Aber versteh einer die Götter! Würde vielleicht auch gar nicht weiter auffallen, wenn's nur mehr knisterte zwischen den beiden Hauptdarstellern und das Tempo stimmte.

Hauptfigur Gregory ist am Anfang so durch und durch schnöselig, dass er uns es selbst schwer macht, ihn liebzuhaben, als er sich endlich mal ein bisschen locker macht. Bleibt also Matilda de Angelis, der man gern zuschaut – und natürlich die heimliche Hauptdarstellerin: die ewige Stadt, die in einem Jahr, in dem viele von uns nicht reisen oder nicht dahin, wohin sie eigentlich wollten, ein bisschen das Urlaubsfeeling rüberwehen lässt. Das ist doch auch schon mal was für einen Sommerabend im Kino.