Hoffnung für den Sommer?

Der EU-Impfpass kommt

27. Februar 2021 - 14:37 Uhr

Hoffnung auf den Sommer

Die Pandemiekrise macht den 27 EU-Staaten nach wie vor das meiste Kopfzerbrechen. Sie wollen alles tun, damit das Impfen nun schneller vorangeht. Und machen ein bisschen Hoffnung auf den Sommer. Und es geht voran: Gestern war es noch eine Idee, heute früh ist er schon beschlossen: Der digitale Corona-Impfpass kommt! Das hat der EU-Gipfel am Abend vereinbart. Damit wächst die Hoffnung auf problemloses Reisen in Europa, vielleicht schon diesen Sommer.

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5 Stunden Beratung über Kampf gegen Corona

Die 27 EU-Staaten haben erneut ihre Linie im Kampf gegen die Pandemie abgestimmt. An diesem Freitag setzen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen ihren Videogipfel nun mit einer verteidigungspolitischen Grundsatzdebatte fort. Ziel ist, Europa in Krisen eigenständiger handlungsfähig zu machen.

Am ersten Gipfeltag hatten die Staats- und Regierungschefs rund fünf Stunden über den Kampf gegen Corona beraten. Dabei ging es um fünf Punkte vom Impfen bis zu Reisebeschränkungen, wie EU-Ratschef Charles Michel anschließend sagte.

Für Verbraucher am interessantesten: Die Pläne für einen EU-Impfpass sollen vorankommen. In drei Monaten sollen zumindest die technischen Voraussetzungen stehen, also noch vor dem Sommer.

Die politisch umstrittene Frage, ob dieser Nachweis Corona-Geimpften Vorteile etwa beim Reisen eröffnen soll, blieb aber offen. Urlaubsländer wie Österreich, Griechenland oder Bulgarien wollen dies. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte jedoch, es sei nicht so, dass künftig nur reisen dürfe, wer einen Impfpass habe. "Darüber sind überhaupt noch keine politischen Entscheidungen getroffen." Die Kanzlerin warnte, dass der Pass für Geimpfte nicht alleiniges Kriterien für Reisen sein könne, für die auch Negativtests infrage kommen könnten. Denn etwa Kinder könnten derzeit überhaupt nicht geimpft werden, sagte sie.

Auch Macron betonte, Sonderrechte aus einem Impfpass abzuleiten, wäre unfair gegenüber Jüngeren, die erst als Letzte geimpft würden.

Ratschef Michel: Rasches Impfen hat oberste Prio!

17.02.2021, Belgien, Brüssel: Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, nimmt an einer Pressekonferenz im EU-Hauptquartier teil. Von der Leyen hat einen Aktionsplan im Kampf gegen die gefürchteten Varianten des Coronavirus vorgel
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sagte, die EU sei weiter auf dem Weg, bis Ende des Sommers 70 Prozent der Bevölkerung geimpft zu haben.
© dpa, Aris Oikonomou, VM frd

Ratschef Michel sagte, oberste Priorität hätten nun die beschleunigte Produktion und Lieferung von Impfstoffen sowie das rasche Impfen. Die gefürchteten Virusvarianten sollen so früh wie möglich gezielt aufgespürt werden. Vermeidbare Reisen könnten weiter beschränkt werden, allerdings mit Augenmaß und möglichst geringen Behinderungen im Warenverkehr und für Pendler.

Deutschland und einige andere Staaten standen dabei am Pranger, weil sie einseitig verschärfte Grenzkontrollen eingeführt hatten. Merkel versicherte aber, der freie Warenverkehr und Pendler sollten möglichst wenig beeinträchtigt werden. Und die CDU-Politikerin stellte klar: Verschärfte Kontrollen an der Grenze zur französischen Region Moselle will sie derzeit nicht, obwohl die Corona-Lage dort besorgniserregend ist.

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sagte, die EU sei weiter auf dem Weg, bis Ende des Sommers 70 Prozent der Bevölkerung geimpft zu haben.