Die Pyrochaoten aus Frankfurt

Der Eintracht drohen empfindliche Strafen

3. Dezember 2019 - 11:35 Uhr

Frankfurt-Fans verzögern das Spiel

Schon bevor das Spiel in Mainz überhaupt angepfiffen werden konnte, kam es zum Eklat. Im Frankfurt-Fanblock starteten mehrere Fans eine Pyroshow, die sich gewaschen hat. Die Konsequenzen für den Verein werden sicherlich folgen.

Spiel musste später angepfiffen werden

Unmittelbar vor dem Anpfiff flogen mehrere pyrotechnische Leuchtfeuer aus dem Eintracht-Fanblock. Rauchkörper und Böller landeten auf dem Rasen. Selbst als die Frankfurter Spieler Sebastian Rode und Filip Kostic versuchten, den Anhang zur Besinnung zu bringen, schallte den beiden nur unwirsch "verpisst euch" entgegen, wie Rode Schiedsrichter Manuel Gräfe mitteilte. Dieser bat beide Mannschaften erneut in die Kabine, ehe er die Partie mit rund zehnminütiger Verspätung anpfiff. Am Ende gewann Mainz mit 2:1.

 Qualm der Pyrotechnik-Boeller in der Opel-Arena FSV Mainz 05 vs Eintracht Frankfurt, Fussball, 1. Liga, 02.12.2019 DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO FSV Mainz 05 vs Eintracht Frankfurt, Fussball, 1
Die Frankfurter Fans hüllten die Mainzer Arena für mehrere Minuten in dichten Nebel
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SGE-Vorstand Hellmann kritisiert die Fans

"Der Sinn dieser Aktion erschließt sich mir nicht", beklagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann: "Ich habe das Gefühl, dass im Moment einige Gruppen gezielt etwas mehr provozieren wollen." Seien frühere Protestaktionen gegen die Ansetzung von Montagsspielen noch "mit einem Augenzwinkern" versehen gewesen, sei mit dem Zünden der Feuerwerkskörper eine Grenze überschritten worden. "Auf dem Weg können wir nicht weiter machen. Das schadet Eintracht Frankfurt sehr" bedauert Hellmann und beklagt, dass es hinter den Zündeleien "keine Botschaft gibt".

SGE- Kapitän Rode äußerte sich am folgenden Tag auf seinen Social-Media-Seiten und nannte die Aktion der Fanszene einen "Bärendienst". Trainer Adi Hütter wollte nichts zu den Vorkommnissen sagen. Wie der Chefcoach auf die Pyroaktion reagierte, sehen Sie im Video.

Frankfurt schon in der Vergangenheit auffällig

Was solche Ausschreitungen für den Verein und alle anderen Fans bedeutet, wurde schon unter der Woche deutlich. Nachdem die Frankfurt-Fans beim Europapokal-Gastpiel in Portugal auffällig geworden waren, sprach die UEFA ein Besuchsverbot für die Europa-Pokal-Spiele in Lüttich und England aus. Die DFL setzt zur Bestrafung eher auf Geldstrafen als auf das Ausschließen der Fans, doch auch das kommt der SGE teuer zu stehen. Nach Ausschreitungen gegen Strasburg musste man beispielsweise 58.000 Euro zahlen. Im Juni dieses Jahres hatten Frankfurt Fans ebenfalls gegen Mainz über 40 pyrotechnische Gegenstände abgefeuert, der Verein zahlte 68.000 Euro für das Vergehen. Dier Liste der Beispiele ist noch länger...

Fakt ist: Eine Lösung muss her, weder der Verein noch die mehrheitlich unpyromanischen Fans wollen weiter Strafen der Pyro-Chaoten ausbaden.