2018 M12 18 - 15:22 Uhr

Unerzogene Spieler bringen Breitenreiter zum Kochen

Eintrag ins Klassenbuch! Fußball-Lehrer André Breitenreiter hat in einer denkwürdigen Pressekonferenz seinen Spieler Niclas Füllkrug scharf kritisiert und ihn mit einem unerzogenen Schüler verglichen.

Eine Attacke wie aus dem Bilderbuch

Schon nach Hannovers 0:4-Niederlage gegen München hatte es auf dem Trainingsplatz zwischen Trainer und Stürmer gekracht. Jetzt knöpfte sich Breitenreiter den 25-Jährigen in einer Pressekonferenz erneut vor.

Bei der Attacke holt der 96-Coach ganz weit aus:

"Wenn ihr Kind mit einer Sechs in der Matheklausur nach Hause kommt und der Lehrer dazu noch sagt: Ihr Kind hat diese Arbeit schon nach zwei Minuten abgegeben. Was macht man dann zu Hause? Man geht die Arbeit noch einmal komplett durch. Danach kommt das Mittagessen auf den Tisch, und es gibt nicht das gewünschte Rinderfilet, sondern eine Nudelsuppe. Und das Kind quittiert diese Nudelsuppe mit der Aussage: Ey Alte, was hast du denn hier für ein Essen auf den Tisch gebracht? Bei so etwas greife ich immer ein. Das sind Prinzipien, gegen die verstoßen wurden."

Konflikt schwelt seit dem Bayern-Spiel

Eine ausführliche Metapher, die auf Füllkrugs Verhalten der letzten Tage anspielt. Der Topstürmer hatte gegen Bayern eine überschaubare Leistung gezeigt, im Training einen Tag später aber einen Mitspieler wegen eines schlechten Anspiels angepflaumt. Schon da hatte Breitenreiter reagiert: "Jaja, knapp über 20 Prozent Zweikämpfe gestern. Da hast du auch keinen Ball festgemacht."

Die Leistung gegen Bayern: die Note 6 in der Klassenarbeit.

Der schlechte Pass des Mitspielers: die Nudelsuppe.

Und das unerzogene Kind: der pampige Trainings-Motzer.

Breitenreiter entdeckte vor der Pressekonferenz offensichtlich seine künstlerische Ader.

Der Trainer, der Weihnachten klaute

Auf seinen künstlerisch angehauchten Vortrag, folgte der eiserne Schleifer: Wenn die Spieler des kriselnden Bundesliga-Schlusslichts die Weihnachtstage in aller Ruhe mit der Familie verbringen wollen, müssen sie an den beiden kommenden Spieltagen liefern.

Sollten bei den Partien gegen Freiburg und Düsseldorf nicht mindestens drei Punkte herausspringen, ist der Weihnachtsurlaub gestrichen.

Die böse Drohung unterstrich der 45-Jährige noch einmal: "Wenn meine Versetzung in der Schule gefährdet ist, dann mache ich auch nicht vier Jahre, vier Wochen oder vier Tage Urlaub, sondern dann übe ich." Ob Breitenreiters Schulzeit eine glückliche war, ist nicht bekannt.