Protest gegen Flüchtlingspolitik vor dem Roten Rathaus

25. Mai 2020 - 10:33 Uhr

In mehreren deutschen und europäischen Städten wollen Menschen an diesem Wochenende für eine Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland demonstrieren. Die zentrale Kundgebung soll am heutigen Sonntagmittag am Roten Rathaus in Berlin stattfinden. Laut Polizei sind 50 Teilnehmer zu dem Protest angemeldet. Auf Facebook hatten am Freitag mehr als hundert Menschen ihre Teilnahme zugesagt. Die Initiative "Seebrücke" ruft dazu auf, alte Schuhe, selbstgebastelte Schiffchen oder Schilder mit Forderungen auf den Stufen vor dem Roten Rathaus abzulegen.

Demonstranten rufen in Berlin zur Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland auf

Die Organisatoren in Berlin fordern, mehr Flüchtlinge in der Stadt aufzunehmen. "Ein Staat, der in kürzester Zeit 200.000 deutsche Tourist*innen zurückholen und 80.000 Erntehelfer*innen für die Rettung des deutschen Spargels einfliegen kann, zeigt damit deutlich seine Prioritäten: Das Leben der Geflüchteten ist ihm nichts wert", heißt es in dem Aufruf. Anfang Mai erreichten die ersten acht Kinder aus dem griechischen Flüchtlingslager Moria Berlin.​

Bewegung "Seebrücke" fordert Entkriminalisierung der Seenotrettung

Die Bewegung Seebrücke hatte sich im Sommer 2018 gegründet und fordert die Entkriminalisierung der Seenotrettung, sichere Fluchtwege und sichere Häfen für Flüchtlinge. Einen Tag vor der Kundgebung in Berlin sind am Samstag Aktionen in mehr als 50 Städten in acht Ländern geplant, hieß es in einer Mitteilung. Motto des Aktionstages: "Leave No One Behind" (deutsch: Lasst niemanden zurück!).


Quelle: DPA