13 verletzte Polizisten bei "Indymedia"-Demo

Demonstration in Leipzig eskaliert: Steinwürfe, Bengalos und zertrümmerte Autos

26. Januar 2020 - 12:04 Uhr

Krawalle bei "Indymedia"-Demo

13 verletzte Polizisten, sechs Festnahmen und mehrere zertrümmerte Autos. Das ist die Bilanz einer Demonstration gegen das Verbot der Internet-Plattform "Linksunten.Indymedia" in Leipzig. Immer wieder zündeten vermummte Demonstranten Böller und Bengalos, rissen Pflastersteine aus dem Boden und zertrümmerten das Glas eines Wartehäuschens der Straßenbahn.

Stein- und Flaschenhagel auf Polizeiautos

Linke Gruppen und Netzaktivisten hatten bundesweit für die Demonstration mobilisiert.
Linke Gruppen und Netzaktivisten hatten bundesweit für die Demonstration mobilisiert.
© dpa, Sebastian Willnow, wil fdt

Behelmte Polizisten mit Schutzschilden und Demonstranten standen sich nach den Steinwürfen eine ganze Weile gegenüber. An einer Kreuzung in der Südvorstadt ging ein regelrechter Stein- und Flaschenhagel auf Polizeiautos nieder. Im Laufe der Demonstration wurden laut Polizei 13 Beamte leicht verletzt. Ob es auch unter den Demonstranten Verletzte gab, war der Polizei in der Nacht zum Sonntag nach eigenen Angaben nicht bekannt. Sechs Tatverdächtige seien vorläufig festgenommen worden, weil ihnen unter anderem Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen werde. Zur Höhe des angerichteten Sachschadens konnte die Polizei zunächst noch keine Angaben machen.

Laut Polizei und Versammlungsbehörde hatten sich ungefähr 1.600 Menschen an der Demo beteiligt. Angemeldet waren 500. Nach einigem Hin und Her wurde nach dem Stopp der ersten Demonstration eine Fortsetzung bis zum linksalternativen Stadtviertel Connewitz angemeldet. Dort löste sich die Versammlung schließlich auf.

Streit um linke Internet-Plattform

Vor der "Indymedia"-Demonstration in Leipzig hatten Politik und Polizei zur Friedlichkeit gemahnt. Doch die Appelle nützten nichts.
Vor der "Indymedia"-Demonstration in Leipzig hatten Politik und Polizei zur Friedlichkeit gemahnt. Doch die Appelle nützten nichts.
© deutsche presse agentur

Anlass der Demonstration war die Verhandlung über das Verbot der Plattform "Linksunten.Indymedia", die am 29.Januar am Bundesverwaltungsgericht beginnt. Das Bundesinnenministerium hatte 2017 ein Vereinsverbot erlassen, unter anderem weil auf dem Portal Gewaltaufrufe publiziert worden seien. Bei der Kundgebung am Samstag, die zunächst ruhig begonnen hatte, kritisierten Redner das Verbot als Anschlag auf "linke, emanzipatorische Projekte".