Schwarzer stirbt nach brutalem Polizeieinsatz

Demonstranten und Promis protestieren nach Tod von George Floyd

28. Mai 2020 - 18:49 Uhr

Friedliche Proteste und Ausschreitungen

Der Tod von George Floyd in der US-Stadt Minneapolis hat erneut Proteste gegen Polizeigewalt ausgelöst. Neben friedlichen Demonstrationen nahe dem Tatort kam es vor dem 3. Polizeirevier Medienberichten zufolge auch zu Ausschreitungen. Der US-Sender NBC berichtete von in Brand gesetzten Geschäften, zahlreichen Plünderungen und dem Einsatz von Tränengas. In anderen US-Städten wie Los Angeles und Memphis protestierten Menschen am Mittwoch ebenfalls gegen den Tod Floyds.

Knie des Polizisten minutenlang am Hals

Minneapolis
Schockierende Aufnahme aus Minneapolis. George Floyd liegt am Boden, wenige Minuten später ist er tot.

Auslöser für die Wut und Empörung der Demonstranten war ein rund zehn Minuten langes Video: Ein weißer Polizist drückte sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals Floyds, der wiederholt um Hilfe flehte, bevor er das Bewusstsein verlor. Wiederholt sagte der Afroamerikaner: "Ich kann nicht atmen." Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus.

„Wenn Sie es getan hätten, oder ich es getan hätte, wären wir jetzt hinter Gittern“

Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey forderte in einer emotionalen Pressekonferenz die Festnahme des verantwortlichen Polizisten. "Wieso ist der Mann, der George Floyd getötet hat, nicht im Gefängnis?" fragte er vor Journalisten. "Wenn Sie es getan hätten, oder ich es getan hätte, wären wir jetzt hinter Gittern."

Im Video: Junger Afroamerikaner singt für George Floyd

„Bitte, ich kann nicht atmen.“

Auch viele Prominente haben in sozialen Medien reagiert. Topmodel Emily Ratajkowski twitterte Fotos mit Namen und Nummern der Polizisten und des Bürgermeisters. Naomi Campell und Kim Kardashian posteten Fotos Floyds mit seinen Worten, die um die Welt gingen: "Bitte, ich kann nicht atmen."

"Das Ekelerregendste und Herzzerreißendste, was ich seit langem gesehen habe"

Sängerin Madonna schrieb: "Mitanzusehen, wie dieser Polizist George Floyd erstickt … mit dem Knie im Nacken, gefesselt und hilflos, mit dem Gesicht auf der Straße, um sein Leben weinend, ist das Ekelerregendste und Herzzerreißendste, was ich seit langem gesehen habe." Ihre Kollegin Ariana Grande forderte, das gesamte System zu hinterfragen.

"George hat um Hilfe gefleht und wurde einfach ignoriert"

Curry
Post von NBA-Star Steph Curry (Screenshot).

NBA-Star Steph Curry schrieb: "Wenn euch dieses Foto nicht verstört und stinksauer macht, dann weiß ich auch nicht. George hat um Hilfe gefleht und wurde einfach ignoriert, was klar und deutlich aussagt, dass sein schwarzes Leben keine Rolle gespielt hat." Auch die deutsche Basketballerin Satou Sabally reagierte bei Twitter.

Satou Sabally retweetete diesen Beitrag.

In einer Intenet-Petition wird die Verhaftung der beteiligten Polizisten gefordert. Das Ziel von einer Million Unterstützern war beereits nach wenigen Stunden fast erreicht.