Eltern von IS-Kämpfern demonstrieren in Berlin

"Unschuldige deutsche Kinder werden sterben"

30. April 2019 - 8:33 Uhr

Es geht um die Kinder deutscher Dschihadisten

In kurdischen Lagern in Syrien und im Irak werden tausende Frauen und Kinder von IS-Kämpfern gefangen gehalten, darunter auch deutsche Staatsbürger. Deren Angehörige haben nun am Montag vor dem Auswärtigen Amt demonstriert. Sie fordern, dass sich die Bundesregierung für die Rückkehr der Kinder von deutschen IS-Gefangenen stark macht. RTL hat mit den Angehörigen über den Kampf um ihre Kinder gesprochen. Mehr dazu sehen Sie im Video.

Angehörige: Die Kinder können nichts dafür, dass ihre Eltern Terroristen sind

Den Angehörigen geht es um die unschuldigen Jungen und Mädchen, deren Eltern vor Jahren nach Syrien und in den Irak gereist sind, um dort für den "Islamischen Staat" zu kämpfen. Viele werden derzeit in syrischen und irakischen Lagern gefangen gehalten. Vor dem Auswärtigen Amt in Berlin haben ihre Angehörigen mit beschrifteten Transparenten wie "Unschuldige deutsche Kinder werden sterben" auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht.

"Das sind Kinder dieses Landes, die nichts dafür können, dass ihre Eltern zu Terroristen geworden sind. Sie sind teilweise in diesen Lagern geboren. Und deshalb brauchen sie Schutz in Deutschland", sagt der Grünen-Politiker Omid Nouripour.

Um die 80 IS-Kämpfer befinden sich noch in Gefangenschaft

Mehr als 1.050 Islamisten aus Deutschland sind dem Bundesinnenministerium zufolge in den vergangenen Jahren nach Syrien und in den Irak ausgereist. Viele sind getötet worden oder werden in Lagern gefangen gehalten. Rund ein Drittel von ihnen ist wieder in die Bundesrepublik zurückgekehrt. Nach Berichten der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte befinden sich allerdings noch um die 80 Kinder deutscher IS-Kämpfer in Internierungslagern.

Auf die Frage, ob diese Kinder aus Rücksicht auf das Kindeswohl bald nach Deutschland zurückgebracht werden, antwortet die Regierung zurückhaltend. Weil die deutsche Botschaft in Syrien geschlossen sei, sei eine konsularische Betreuung nicht möglich, heißt es. Allerdings würden derzeit andere Optionen überprüft werden.