"Abgrundtiefe Abneigung" gegen kleinen Jungen

Halbbruder (3) mit 28 Stichen im Schlaf getötet: 15-Jährige wegen Mordes in U-Haft

© dpa, Guido Kirchner, gki wst

11. November 2019 - 10:23 Uhr

Detmold: Haftrichter schickt 15-Jährige in U-Haft

Sie soll ihren Halbbruder (3) mit 28 Messerstichen getötet haben. Nach RTL-Informationen hat der Haftrichter am Freitagvormittag Haftbefehl wegen Mordes gegen die 15-Jährige erlassen. Es seien zwei Mordmerkmale erfüllt, erklärte RTL-Reporter Ulrich Klose nach einem Gespräch mit Staatsanwalt Christopher Imig. Zum einen Heimtücke, weil die 15-Jährige ihren Halbbruder offenbar attackierte, als er schlief. Zweites Mordmerkmal: niedere Beweggründe. In ihrer Aussage erklärte das Mädchen nach RTL-Informationen, sie habe eine "abgrundtiefe Abneigung" gegen den Dreijährigen. Am Körper des Jungen wurden bei der Obduktion 28 Einstiche gezählt.

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Staatsanwaltschaft über 15-Jährige: Schwieriges familiäres Umfeld

Die 15 Jahre alte Halbschwester hat die Tat in den Vernehmungen nicht bestritten, sich zugleich aber auf Erinnerungslücken berufen. Sie halte sich allerdings selbst für die Täterin, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. "Als Motiv für die Tat ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte in einem schwierigen familiären Umfeld lebte und eine tiefe Abneigung gegen den Halbbruder entwickelt hat", hieß es. Schwierig sei es teilweise gewesen, ihren Einlassungen zufolge, so der Staatsanwalt im RTL-Interview.

Wie RTL-Reporter Ulrich Klose vom Amtsgericht berichtet, war die Mutter der Kinder bei der Haftvorführung ihrer Tochter nicht anwesend. Bei minderjährigen Tatverdächtigen ist das sonst häufig der Fall.

Das Mädchen kommt in das Jugendgefängnis der JVA Iserlohn. Eine psychiatrische Gutachterin sei eingesetzt worden, um zu klären, ob die 15-Jährige in psychiatrische Behandlung kommen solle. Bis das geklärt ist, sitzt sie in Jugend-Untersuchungshaft.