Delfinarium im Nürnberger Zoo: Wird das neue Delfin-Kalb überleben?

18. Oktober 2014 - 13:18 Uhr

Mutter von der Öffentlichkeit und den anderen Delfinen abgeschirmt

Mit Delfinen schwimmen - ein Traum vieler Kinder und auch Erwachsener. Doch weil nicht jeder die Möglichkeit und das nötige Kleingeld hat, sich diesen Traum zu erfüllen, möchte man die schlauen Säugetiere doch wenigstens beobachten - wenn auch in Gefangenschaft. Aber was ist der Preis dafür? Der Nürnberger Zoo erwartet nun Delfin-Nachwuchs. Eine freudige Nachricht, die allerdings massives Unbehagen auslöst: Zuletzt starben etliche Kälber schon vor oder kurz nach der Geburt. Wird es dieses Delfin-Baby schaffen?

Zoo Nürnberg: Tod von Delfin-Baby vorprogrammiert?
Auf dem Ultraschallbild kann man das Delfin-Baby schon erkennen.
© dpa, Helmut Mägdefrau

Sollte diesmal wieder alles schief gehen, ist großer Protest von Tierschützern sicher. Und die Debatte darüber, ob diese Tiere überhaupt in einen Zoo gehören, würde weiter angeheizt. Der Nürnberger Zoo schirmt die Mutter ab. Nicht nur vor der Öffentlichkeit, sondern auch vor den anderen acht Delfinen, denn die Geburt steht unmittelbar bevor. So soll jegliche Aufregung von der trächtigen Sunny ferngehalten werden. "Das heißt, dass wirklich 24 Stunden jemand auf sie schaut. Wir freuen uns wenn es rauskommt, aber man kann nicht verleugnen, dass schon Nervosität da ist", erklärt Tierärztin Katrin Baumgartner.

Delfinarium für 30 Millionen Euro ausgebessert

Schließlich ist in den letzten 16 Jahren keine Aufzucht gelungen. Sechs Kälber verstarben. Aus dem Grund befürchten Tierschützer, dass auch jetzt wieder etwas schief geht. "Ein Zuchtverbot für Delfinarien, das ist eine ganz klare Konsequenz, die daraus gezogen werden muss. Es ist einfach nicht möglich diese Tiere artgerecht zu halten", so David Pfender von der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation.

Immerhin muss man dem Nürnberger Zoo zugutehalten, dass aus dem recht kleinen Delfinarium für 30 Millionen Euro eine moderne Freiluftanlage geworden ist– mit mehr Platz für die Tiere. Ein Großteil der Kosten steckt dabei auch in der Technik und den speziellen Filteranlagen. Vielleicht ist der Publikumsmagnet des Zoos also bald um eine Attraktion reicher.