Defekt am Red Bull: Vettel zwischen Hoffen und Bangen

Motorenhersteller Renault hat die Ursache für den Defekt an Sebastian Vettels Lichtmaschine noch nicht gefunden.
© dpa, Luca Zennaro

10. September 2012 - 16:10 Uhr

Es war das weitere Kapitel einer bisher alles andere als optimal verlaufenden Saison für Sebastian Vettel: Nachdem der Weltmeister mit Strafen, Unfällen und Regelstreitigkeiten zu kämpfen hatte, kostete ihn ein Defekt in der Lichtmaschine auch in Monza wichtige WM-Zähler – schon wieder, denn bereits beim Europa-GP in Valencia hatte die Lichtmaschine den Geist aufgegeben.

Noch tappen die Mechaniker im Dunkeln, was der Auslöser für den Defekt war. "Wir suchen noch immer nach der Ursache. Wir wissen nur, dass, obwohl die Lichtmaschine im vorgeschriebenen Bereich gearbeitet hat, sie überhitzte und sich selbst abschaltete", sagte Renault-Ingenieur Cyril Dumont, der sich im Namen des Motorenlieferanten bei Red Bull und Sebastian Vettel entschuldigte.

Der Titelverteidiger wird sich von der Entschuldigung herzlich wenig kaufen können, doch immerhin besteht Hoffnung, das Problem bis zum nächsten Rennen in Singapur in den Griff zu bekommen – Lotus-Testfahrer Jerome D'Ambrosio sei Dank: Weil auch die Lichtmaschine am Boliden des Belgiers im Qualifying durchzuschmoren drohte, wurde das Teil vorsichtshalber ausgebaut. Bei Renault hofft man nun, mit einer Analyse endlich Licht ins Dunkeln zu bringen und allgemeine Rückschlüsse für die Zwischenfälle zu erhalten.

Renault will wieder in Topform sein

"Wenn über uns eine dunkle Wolke schwebt, dann ist dahinter ein kleines Licht, denn wir konnten die Lichtmaschine von D'Ambrosio retten, die drauf und dran war, auszufallen. Wir hoffen, dass wir sie auseinander nehmen und verstehen können, was los ist, damit wir genau erkennen, was nicht stimmt. Das Teil ist nicht so schwer zu verstehen", wird Renault F1-Streckenchef Remi Taffin von 'Autosport' zitiert.

Dass wie zunächst in Valencia vermutet die hohen Außentemperaturen für die defekten Lichtmaschinen verantwortlich waren, ließ sich nicht eindeutig bestätigen. Der Motorenhersteller ging damals von einer fehlerhaften Serie aus, die jedoch von einem neuen Modell mit mehr Kapazität abgelöst wurde. "Aber es ist wieder ausgefallen. Wenn man eine Parallele zu Valencia ziehen kann, dann nur die eine, dass beide Lichtmaschinen bei rund 500 Kilometer kaputt gingen, hier war es das gleiche", erklärte Taffin: "Wenn man mich also fragt, was wir tun können, dann müssen wir bis 500 Kilometer testen und das wird etwas knifflig. Ich denke, uns steht da einiges bevor."

Es klingt, als sei man bei Renault von der Rätsels Lösung weit entfernt, doch der Franzose macht Vettel und den deutschen F1-Fans Mut. "Dieses Wochenende war weder in punkto Leistung noch in punkto Zuverlässigkeit akzeptabel. Wir müssen uns bei Red Bull für die Defekte bei Sebastians Auto entschuldigen. Diese Probleme sollten nicht passieren und wir werden unermüdlich mit unseren Lieferanten daran arbeiten, um in Singapur und für den Rest der Saison wieder in Topform zu sein."