Debatte zum Thema Sterbehilfe: Das fordern die Politiker

13. November 2014 - 19:49 Uhr

Wie kann Euthanasie gesetzlich anders geregelt werden als heute?

Schon immer sorgte das Thema Sterbehilfe für hitzige Diskussionen in Deutschland, noch nie zuvor war es jedoch gefühlt so präsent wie derzeit. Nicht zuletzt wegen der bewegenden Geschichte der 29-jährigen Amerikanerin Brittany Maynard, die an wohl kaum einem Menschen vorbei ging und auch die RTL.de-User sehr bewegte. Die junge Frau war unheilbar an Krebs erkrankt und entschied sich, ihrem Leben ein schmerzloses Ende zu setzen, statt sich einem qualvollen Tod auszuliefern. Im Bundestag hat es nun eine lange und intensive Debatte über die Sterbehilfe gegeben.

Sterbehilfe: Das fordern die Politiker
Im deutschen Bundestag findet gerade eine hitzige Debatte zum Thema statt.
© dpa, Bernd von Jutrczenka

Es ging dabei im Kern darum, ob und wie Sterbebegleitung und Sterbehilfe gesetzlich anders geregelt werden soll als heute. Nicht alle Abgeordneten haben sich bei dem Thema für ein abschließendes Meinungsbild entschieden. Dazu gehört allem Anschein nach auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU): "Ich fürchte mich davor, dass die Grenzen immer weiter verschoben werden und wir zum Schluss kein Halten haben", sagte sie zu Allerheiligen in der Templiner Maria-Magdalenen-Kirche. Sie machte deutlich, dass es ihr auch bei der Sterbehilfe so gehe.

Die meisten ihrer Kollegen jedoch brachten ihre Vorstellungen in Papieren bereits zum Ausdruck. Und so haben sich mehrere Gruppen gebildet, die verschiedenste Forderungen stellen.

Wer fordert was?

In einer Sache sind sich fast alle einig: Es muss eine Verbesserung der Palliativ- und Hospizangebote in Deutschland geben. Dabei geht es um die pflegerische und medizinische Versorgung sterbenskranker Menschen.

Mehr will eine Gruppe von Koalitionsabgeordneten um Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) und die SPD-Fraktionsvize Carola Reimann und Karl Lauterbach: Der Arzt des Vertrauens soll ihrer Meinung nach dem schwer leidenden Sterbenden - auf Wunsch - ein tödliches Medikament zur Verfügung stellen dürfen, ohne in rechtliche Schwierigkeiten zu geraten. "In einer solchen Grenzsituation wendet sich nämlich niemand gerne an Fremde oder fährt gar in die Schweiz", so Reimann. Diese Gruppe will daher die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen für Ärzte neu regeln, um diesen mehr Rechtssicherheit zu geben.

Die anderen Abgeordnetengruppen lehnen Sterbehilfevereine ab und betreiben - mehr oder weniger gezielt - deren Verbot.

Von diesem ausgenommen sollten Angehörige sowie behandelnde Ärzte sein, die im Einzelfall ein Medikament zum Suizid zur Verfügung stellen, findet die Mehrheit der Union. Sie dürften dies aber nicht "zum regelmäßigen Gegenstand ihres 'Behandlungs'-Angebots machen", heißt es in ihrem Papier.

Grünen- und Linken-Abgeordnete fordern, dass Sterbehilfevereine weiterhin zugelassen werden sollen. "Wir setzen uns dafür ein, die von Angehörigen, Nahestehenden, Ärzten und Sterbehilfevereinen geleistete Beihilfe zum Freitod weiterhin straflos zu lassen", heißt es in einem Papier, das Renate Künast (Grüne), Petra Sitte (Linke) und Kai Gehring (Grüne) vorlegten.

Konkrete Gesetzentwürfe und künftige Regelungen sollen aber erst nach einer weiteren Plenardebatte Anfang nächsten Jahres ins Auge gefasst werden.