Ferrari-Deal zum Motoren-Schummel

Sieben Teams fordern Klarheit von der FIA

Sieben Formel-1-Teams wollen den geheimen Deal zwischen Ferrari und der FIA nicht hinnehmen.
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04. März 2020 - 16:24 Uhr

Gemeinsamer Aufstand gegen Schweigen der FIA und Ferrari

Ein geheimer Deal zwischen der FIA und Ferrari zu den monatelangen Untersuchungen um den möglichen Motoren-Schummel der Vorsaison? Nicht mit uns! In der Formel 1 herrscht ausnahmsweise Einigkeit - und das gleich zwischen sieben Teams. Sie fordern, dass das Abkommen zwischen den Roten und dem Motorsport-Weltverband offengelegt wird. Ansonsten wollen sich die Teams rechtliche Schritte vorbehalten.

Team waren „schockiert von FIA-Statement“

"Nach gründlichen technischen Untersuchungen hat die FIA ihre Analysen über die Arbeitsweise der Power Unit von Ferrari beendet und eine Einigung mit dem Team erreicht", hieß es in einer offiziellen Erklärung. Wie diese "Einigung" aussieht, dazu gab es aber keine Informationen. Weder von der FIA noch von Ferrari.

Und genau das wollen Mercedes, Red Bull, AlphaTauri, McLaren, Renault, Racing Point und Williams nicht einfach so hinnehmen. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es: "Wir - die unterzeichnenden Teams - waren überrascht und schockiert vom Statement der FIA vom Freitag, 28. Februar, hinsichtlich der Beendigung der Untersuchung der Ferrari-Antriebseinheit."

„Lehnen vertrauliche Einigung entschieden ab“

"Nach monatelangen Untersuchungen, die von der FIA nur vorgenommen wurden, nachdem andere Teams Fragen gestellt haben, lehnen wir es entschieden ab, dass die FIA mit Ferrari in diesem Fall zu einer vertraulichen Einigung kommt." Ein klarer Protest gegen das Schweigen.

An dem Aufstand gegen den möglichen Schummel-Deal beteiligen sich neben Ferrari zwei weitere Rennställe nicht: Haas und Alfa Romeo. Beide Teams bekommen ihre Antriebseinheiten von der Scuderia.

Ferrari wurde im Laufe der Vorsaison - besonders von Red Bull - immer wieder beschuldigt, sich durch eine illegale Benzindurchfuhr einen Vorteil beim Topspeed zu verschaffen. Die Scuderia wies die Vorwürfe stets zurück.

Am letzten Tag der Wintertests in Barcelona meldete die FIA dann wie aus dem Nichts, man habe die Untersuchungen zum 2019er Motor der Roten abgeschlossen und sich mit Ferrari geeinigt. Zum Ergebnis der Untersuchungen und dem Inhalt des Deals mit Ferrari verloren die Regelwächter der Formel 1 kein Wort.