Dax-Rekord rückt in greifbare Nähe

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9. Januar 2020 - 18:20 Uhr

Der Dax hat am Donnerstag einen großen Schritt in Richtung seines bisherigen Rekordhochs gemacht.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt lösten sich weiter von den Sorgen um den Konflikt mit dem Iran, so dass der hiesige Leitindex 1,31 Prozent höher bei 13.495,06 Punkten schloss. Damit fehlten ihm nur noch rund 100 Punkte zur Bestmarke von gut 13.596 Zählern, die er im Januar 2018 erreicht hatte. Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte legte um 0,62 Prozent auf 28.554,01 Punkte zu.

Die unmittelbare Gefahr eines neuen Krieges im Nahen Osten scheint zunächst gebannt. US-Präsident Donald Trump kündigte zuletzt zwar neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an, aber keine weiteren Militärschläge. "Es scheint fraglich, ob Trump im Wahljahr einen Krieg vom Zaun brechen will", schrieb Analyst Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel. Das amerikanische Volk sei "erwiesenermaßen kriegsmüde".

Mit Blick auf die Einzelwerte sorgte am Donnerstag Cancom für Schlagzeilen. Die Aktien des IT-Dienstleisters sackten als MDax-Schlusslicht ab, weil der Vorstandsvorsitzende Thomas Volk wegen unterschiedlicher strategischer Auffassungen seinen Hut nimmt. Mit einem Minus von knapp 6,6 Prozent ließ der Druck zum Handelsschluss aber etwas nach.

Die Commerzbank empfiehlt die Aktien des Biotechunternehmens Morphosys zum Kauf, sie stiegen an der MDax-Spitze um fast 5 Prozent. Im Handelsverlauf hatten die Anteilscheine den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende erreicht. Analyst Daniel Wendorff hatte sich positiv zur Pipeline an Wirkstoffen des Konzerns geäußert.

Bei Aixtron war es das Bankhaus Lampe, das in Erwartung von neuen Wachstumstreibern zum Kauf geraten hatte. Hier kletterten die Aktien des Spezialanlagenbauers um gut 6 Prozent. In der Spitze hatten sie sich erstmals seit September wieder bis auf wenige Cent der Marke von 10 Euro genähert.

Im Dax avancierten Lufthansa mit einer deutlichen Erholung um rund 4 Prozent zum Spitzenreiter, nachdem sie jüngst im Zuge des Iran-Konflikts einige Tage unter einem befürchteten Anstieg der Treibstoffkosten gelitten hatten. Mittlerweile hat sich die Lage am Ölmarkt aber entspannt.

Die Aktien von Infineon rückten im Leitindex außerdem um 1,5 Prozent vor. Chipwerte setzten ihre Rally am Donnerstag europaweit fort. "Der Halbleitermarkt wird angetrieben vom neuen Mobilfunkstandard 5G in der Frühphase und von einer längerfristigen Erholung der Automobilindustrie", sagte Analyst Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgan.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um 0,62 Prozent auf 3795,88 Punkte vor. Die Börsen in Paris und London legten etwas weniger deutlich zu. In den USA setzte der Leitindex Dow Jones Industrial seine Rekordjagd fort und gewann zuletzt knapp 0,8 Prozent.

Nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Tage hat sich der Euro am Donnerstag etwas stabilisiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1110 (Mittwoch: 1,1115) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9001 (0,8997) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,29 Prozent am Vortag auf minus 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 143,85 Punkte. Der Bund Future gab um 0,20 Prozent auf 171,08 Zähler nach.

Quelle: DPA