David gegen Goliath: Kleinbauer (37) aus Peru verklagt RWE wegen Klimawandel und erringt einen Etappensieg

Der Peruaner Luciana Lliuya zieht gegen den Energiekonzern RWE vor das Landesgericht in Hamm.
Der Peruaner Luciana Lliuya zieht gegen den Energiekonzern RWE vor das Landesgericht in Hamm.
© dpa, Guido Kirchner, gki axs

13. November 2017 - 18:34 Uhr

RWE mitschuldig an Umweltschäden in Peru?

Für den peruanischen Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya ist der Energiekonzern RWE mitverantwortlich für das Schmelzen der Gletscher in den Anden. Der Mann ist Miteigentümer eines Hauses im Dorf Huaraz, welches von Überschwemmungen bedroht ist. Der Bergbauer fordert Geld von RWE, um Schutzmaßnahmen zu errichten. Vor dem Oberlandesgericht Hamm errang der Bauer nun einen Etappensieg.

Berufungsverfahren gegen RWE gestartet

Das Gericht hält einen zivilrechtlichen Anspruch des Mannes grundsätzlich für möglich. Jetzt müsse allerdings geprüft werden, ob der Kläger beweisen kann, dass wirklich RWE für den Klimawandel in der Region verantwortlich ist, sagte der Vorsitzende Richter Rolf Meyer. In einem ersten Prozess vor einem Jahr vor dem Landgericht Essen scheiterte Lliuya. Die Richter entschieden damals, dass der Energiekonzern nicht für allgemeine Klimaveränderungen haftbar gemacht werden könne. Doch der Bauer will nicht aufgeben und versucht es weiter.

Seine Heimatstadt Huaraz zählt 100.000 Einwohner, die von einer Überflutung betroffen wären. Der Gebirgssee oberhalb der Stadt wächst durch die Gletscherschmelze weiter an. Die dringend benötigten Schutzmaßnahmen kann sich das arme Land jedoch nicht ohne weiteres leisten.

Der Peruaner wird von der Entwicklungsorganisation 'Germanwatch' unterstützt. Er schätzt, dass RWE für 0,47 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Daher fordert der Kleinbauer, dass RWE die Kosten für künftige Schutzmaßnahmen tragen müsse – und zwar entsprechend dem Anteil des Unternehmens am weltweiten CO²-Ausstoß. Das wären knapp 17.000 Euro.