3. Juli 2014 - 14:40 Uhr

Ein Kommentar von Nicolas Schweers

Meine Daten gehören mir? Noch vor ein paar Jahren stellte sich diese Frage so überhaupt nicht. Mails lagen auf deutschen Servern, Facebook & Co. gab es noch nicht. Und für die massenhafte Speicherung von persönlichen Daten fehlte es schlicht an der entsprechenden Infrastruktur.

Das hat sich grundlegend geändert: Längst bestimmt 'Big Data' die Geschäfte aller großen Unternehmen. Das massenhafte Sammeln und Auswerten jeglicher Information - ob nun der E-Mail-Kommunikation, des Einkaufverhaltens oder des Stromverbrauchs - ist nun nahezu in Echtzeit möglich.

Die gewonnenen Erkenntnisse dieser Datenflut können der Allgemeinheit dienen, neue Diagnoseverfahren in der Medizin beispielsweise Leben retten. Aber vor allem Unternehmen versprechen sich von Big Data satte Gewinne und Geheimdienste können noch genauere Bewegungsprofile erstellen.

Datenschutz steckt in einer tiefen Krise

Längst geht es also um Grundsätzliches: um Privatsphäre und Informationsfreiheit, um Grundrechte und unternehmerische Freiheiten. Die massenhafte Abfrage von persönlichen Facebook-Daten durch den US-Geheimdienst NSA zeigt, dass der Datenschutz in einer tiefen Krise steckt. Es beweist, dass der Staat kaum noch in der Lage ist, die Menschen ausreichend vor den Gefahren der Datensammelwut zu schützen.

Oder uns entsprechend zu sensibilisieren: Für ein paar mickrige Prozente sind wir bereit, Unternehmen wie Payback freiwillig unsere Einkäufe zu offenbaren, trotz Datenskandalen ändern wir unsere Passwörter viel zu selten. Und selbst Online-Journalisten mangelt es erschreckend oft an digitaler Medienkompetenz.

Meine Daten gehören mir? Ja! Damit das aber auch in Zukunft so bleibt, müssen wir uns klar machen, wem wir unsere Daten geben wollen.