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Datenschützer: Facebook-Fanseiten notfalls runterfahren

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Das Facebook-Logo erscheint auf einem Mobiltelefon. Foto: Dominic Lipinski/Archiv © deutsche presse agentur

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) sieht Baden-Württembergs oberster Datenschützer Stefan Brink große Herausforderungen auf die Anbieter von Facebook-Fanseiten zukommen. Diese könnten die Verantwortung für die Daten von Besuchern solcher Seiten nicht - wie bisher angenommen - ganz an Facebook abgeben. "Das Risiko für Fanpage-Betreiber ist mit dieser Entscheidung massiv angewachsen. Die Betreiber sind mitverantwortlich für das, was auf Facebook passiert. Das ist eine riesige Bürde", sagte Brink am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur nach einer EuGH-Entscheidung in Straßburg.

Wenn Besucher der Fanpage Auskunft darüber verlangten, was mit ihren Daten passiere oder wenn sie die Daten gelöscht haben wollten, seien die Betreiber mit in der Pflicht - und praktisch auf eine Kooperation mit Facebook angewiesen. "Denn woher soll ein Betreiber wissen, was Facebook mit den Daten macht?", sagte Brink. Er rät Betreibern von Fanpages, sich mit einer Bitte um Unterstützung an Facebook zu wenden. Denn bei Verstößen gegen den Datenschutz drohten seit dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai hohe Bußgelder. Für die Ahndung von Verstößen sind die Datenschützer der Länder und des Bundes zuständig.

"Wenn Facebook einen Betreiber nicht unterstützt, kann man nur raten, die Fanpage runterzufahren, weil sonst der Betrieb der Seite rechtswidrig wird", sagte Brink. Fanseiten in dem sozialen Netzwerken werden etwa von Unternehmen und öffentlichen Stellen betrieben.


Quelle: DPA

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