Datenreport 2016: Flüchtlinge brauchen mehr Bildungsangebote

22. Juni 2016 - 15:46 Uhr

Aktuell weisen Zuwanderer einen niedrigen Bildungsabschluss auf

Je höher der Bildungsstand eines Flüchtlings ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in Deutschland einen Job findet. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt in seinem Datenreport. Doch die Forscher erklären auch, dass viele Migranten ihrer Zukunft positiv entgegenblicken.

Anerkannte Flüchtlinge, die über einen gewissen Bildungsstand verfügen, finden leichter einen Job in Deutschland.
Forscher stellten fest, dass der Bildungsstand darüber entscheidet, ob ein anerkannter Flüchtling in Deutschland eine Jobperspektive hat (Symbolfoto).
© picture alliance / dpa, Nicolas Armer

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist die Bildung eines Menschen das entscheidende Kriterium. Aktuell verfügen Flüchtlinge in Deutschland über einen eher niedrigen Bildungsabschluss, sind seltener erwerbstätig, sie verdienen weniger Geld und sind daher von Armut bedroht.

Zwischen den einzelnen Flüchtlingsgruppen herrschen große Unterschiede. Als Schlüssel zur Integration auf dem Arbeitsmarkt gilt jedoch für alle die Bildung. Diese These bekräftigen die Forscher mit deutlichen Zahlen. So waren im Jahre 2014 rund 65 Prozent der 15 bis 64 Jahre alten Menschen mit Migrationshintergrund erwerbstätig. Das sind etwa elf Prozent weniger als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Dementsprechend befanden sich auch mehr Erwerbslose unter den Menschen mit Migrationshintergrund (sieben Prozent) als unter jenen ohne Migrationshintergrund (vier Prozent).

Bei den Frauen zeichneten sich die Unterschiede am krassesten ab: Während 37 Prozent der Frauen mit Migrationshintergrund nicht auf dem Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben, sind es bei den Frauen ohne Migrationshintergrund nur 24 Prozent.

Die Migranten stufen ihre wirtschaftliche Situation als negativer ein als die restliche Bevölkerung. Dennoch sind sie laut den Forschern insgesamt mit ihren Leben zufriedener und blicken ihrer Zukunft positiv entgegen.

Mehr Bildungsangebote für Zuwanderer

Die Bilanz der Studie ist, dass Migranten und Migrantinnen mehr Bildungsangebote zur Verfügung gestellt werden müssen. Schließlich hängt das Einkommen stark von der Bildung ab: Im Jahre 2014 verdienten Migranten mit einem niedrigen Abschluss rund 272 Euro weniger als jene mit einem mittleren Abschluss, diese bekommen hingegen 683 Euro weniger ausgezahlt als Migranten mit einem hohen Abschluss. Die Bildung entscheidet folglich darüber, ob einem Zuwanderer in Deutschland akute Armut droht oder ob er sich auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich einbringen kann.

Was die Zukunft für Flüchtlinge bereithält, die 2015 nach Deutschland einreisten, ist noch ungewiss. Die Flüchtlinge können sich jedoch erst auf dem Arbeitsmarkt nach einem Job umsehen, wenn das Asylverfahren abgeschlossen ist. Seit Herbst 2015 häufen sich die Asylanträge auf den Schreibtischen der Beamten.

Für viele anerkannte Flüchtlinge erweist sich die Jobsuche in Deutschland als schwierig. Ein großes Hindernis stellen in vielen Fällen die nicht ausreichend vorhandenen Deutschkenntnisse dar. Bei der Erlernung der neuen Sprache kommt erschwerend hinzu, dass viele Flüchtlinge nicht mit der lateinischen, sondern der arabischen Schrift vertraut sind. Ein weiteres Problem ist, dass es für viele abgeschlossene Berufsausbildungen noch keine Anerkennungskriterien entwickelt worden sind.