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Datenklau: 18 Millionen E-Mail-Adressen inklusive Passwörter gestohlen

Datenklau: 18 Millionen E-Mail-Adressen inklusive Passwörter gestohlen

Vermutlich drei Millionen Menschen in Deutschland betroffen

Es gibt einen erneuten Fall von Datenklau in Deutschland – von gewaltiger Dimension: Hackern ist es gelungen, 18 Millionen E-Mail-Adressen inklusive Passwörtern zu stehlen. Diesen enormen Datensatz entdeckte nun die Staatsanwaltschaft Verden. Von der Cyber-Attacke sind alle großen deutschen Provider betroffen.

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Die gekaperten E-Mail-Konten könnten weiterhin missbraucht werden, beispielsweise zum Versenden von Spam-Mails.
dpa, Oliver Berg

Es werde vermutet, dass die Datensätze derzeit aktiv missbraucht würden, sagte Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden. Er bestätigte damit einen Bericht von 'Spiegel Online'. Kriminelle hätten mit den Daten nicht nur Zugang zu den privaten E-Mails, sondern könnten sich auch in Netzwerke einwählen und im Internet einkaufen, wenn der Nutzer dort die gleiche Passwort-Kombination nutzt. Die Staatsanwaltschaft gab nach Angaben Gaebels den Datensatz an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI zur "Einleitung von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr" weiter. Unter welchen Umständen die Staatsanwaltschaft die Daten gefunden hatte, blieb zunächst unklar.

Wie 'Spiegel Online' berichtete, dürften mindestens drei Millionen Menschen in Deutschland und Kunden aller großen Provider betroffen sein. Demnach könnten viele Mails wegen internationaler Endungen wie .com noch nicht eindeutig zugeordnet werden. Die Deutsche Telekom wollte sich zunächst nicht zu dem Fall äußern und verwies auf das BSI.

BSI will offenbar Anfang nächster Woche Betroffene informieren

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei den aktuell entdeckten Daten um "frische Mail-Konten" handelt, die noch aktiv genutzt werden und nicht in weiten Teilen mit dem im vergangenen Jahr entdeckten Bestand identisch sind. Das könnte dem Fund noch einmal besondere Brisanz verleihen.

Derzeit sollen bereits Teile davon für kriminelle Aktivitäten missbraucht werden, etwa zum Versenden von Spam-Mails. Im Netz gibt es einen regen Schwarzmarkthandel mit solchen Zugangsdaten.

Erst vor wenigen Monaten war ein Paket von rund 16 Millionen gestohlenen E-Mail-Adressen aufgetaucht. Forscher und Strafverfolger waren darauf bei der Analyse von sogenannten Botnetzen gestoßen und übergaben den Fund dem BSI. Die Behörde hatte schließlich im Januar die Öffentlichkeit informiert und auf einer Website einen Sicherheits-Check eingerichtet.

Dort konnten Nutzer ihre Mail-Adresse angeben und prüfen lassen, ob sie betroffen war. Die Website war mehrfach unter dem Ansturm der Nutzer zusammengebrochen. Nach Informationen, die dem Fachportal 'heise security' vorliegen, hat die Behörde erneut den Auftrag erhalten, die Betroffenen zu informieren. Demnach wolle das BSI aber erst "Anfang nächster Woche" eine entsprechende Mitteilung veröffentlichen.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Fälle von großem Daten-Diebstahl im Netz gegeben. So wurden dem Elektronik-Konzern Sony im Frühjahr 2011 Informationen von über 100 Millionen Nutzern seiner Online-Dienste gestohlen. Darunter waren auch Kreditkarten-Daten. Trotz dieser Dimension wurden kaum Fälle von finanziellem Missbrauch bekannt.