Von saukalt bis Frühlingsfeeling

Das Wetter im Februar: Letzter Wintermonat bringt Kälte bis zu -36 Grad

Dass es im Februar nachts noch klirrend kalt werden kann, versteht sich von selbst. Werte von unter -30 Grad wurden auch im Flachland schon erreicht.
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29. Januar 2021 - 12:10 Uhr

Extreme Kälte im letzten Wintermonat Februar

Der Februar ist der letzte Wintermonat, zumindest für die Meteorologen. Statistisch gesehen ist der Februar einer der kältesten und trockensten Monate des Jahres. Doch in den letzten Jahren war es häufig viel zu warm. Der Februar 2020 war der zweitwärmste seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen 1881. Nur der Februar 1990 war noch etwas wärmer. In Müllheim im Südwesten Deutschlands wurde am 16. Februar 2020 mit 21,3 Grad die wärmste Temperatur gemessen. Doch das war nicht der absolute Höchstwert. Der wurde in Jena mit 23,1 Grad am 26. Februar 1900 gemessen. Doch der Februar kann auch extrem kalt werden. Die tiefste Temperatur, die jemals im Februar gemessen wurde, betrug -36,3 Grad. Und das war nicht auf der Zugspitze.

Absolut höchster Wert im Februar bei 23,1 Grad in Jena

Schon zu Beginn des letzten meteorologischen Wintermonats kann uns im Südwesten Deutschlands mit 20 Grad der Frühling entgegenkommen. 2002 wurde immerhin schon am 2.Februar die 20-Grad-Marke im Südwesten, also außerhalb der typischen Föhngebiete, geknackt. Insgesamt haben etwa 15 Prozent aller Stationen im Laufe des Februars schon mal 20 Grad und mehr erreicht. Die wärmste Temperatur in einem Februar wurde in Jena mit 23,1 Grad am 26. Februar 1900 gemessen.

Absolut tiefster Wert im Februar bei -36,3 Grad

Dass es im Februar nachts noch klirrend kalt werden kann, versteht sich von selbst. Werte von unter -30 Grad wurden auch in den Niederungen schon erreicht. Im 509 Meter Höhe gelegenen Waldsassen in Bayern sank die Alkoholsäule (Tiefstwerte werden nicht mit Quecksilber- sondern Alkoholthermometern gemessen) am 10 Februar 1956 auf -36,3 Grad. In München wurden am 12. Februar 1929 -31,6 Grad gemeldet. Selbst küstennahe Orte und sogar Helgoland hatten schon zweistellige Minusgrade. Die beiden Jahre 1929 und 1956 waren seit 1881 die kältesten Februar-Monate überhaupt mit einer Durchschnittstemperatur von -10 Grad.

Dort kann es also noch kälter als im Januar werden, denn das Nordseewasser erreicht erst im Februar seine tiefsten Temperaturen. Normalerweise gibt es die extremen Tiefsttemperaturen nur in klaren Nächten mit Schnee, aber auch ohne Schnee sind schon Werte nahe -20 Grad erreicht worden.

Im Februar kommt häufig der Spätwinter

 Eine Strassenlaterne leuchtet an einem Wintermorgen bei Schneefall zur blauen Stunde in Leutkirch in Baden Württemberg
Im Februar kommt häufig der Spätwinter
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Von der längeren Sonnenscheindauer ausgehend könnte man vermuten, dass es im Laufe des Februars immer wärmer wird. Dem ist aber nicht so, denn etwa Mitte Februar erwartet uns der Witterungsregelfall Spätwinter. Er zeigt sich in den langjährigen Temperaturreihen als ausgeprägte "Delle" in der ab Mitte Januar ansonsten nahezu stetig steigenden Kurve der Mitteltemperaturen. Auf diese Singularität vertrauen auch all die mit einer Glaskugel bewaffneten Meteorologen, die uns wiederholt noch einen strengen Winter vorhersagen.

Sonne hat es häufig schwer im Februar

Was den Sonnenschein betrifft, so sind im Februar natürlich die Bergstationen führend, denn sie liegen oberhalb der im Februar noch recht häufigen Hochnebeldecke. Den Rekord hält die Zugspitze mit durchschnittlich gut 8 Stunden pro Tag im Jahr 1998. Dass es auch etwas trüber sein kann, zeigt der Wert von Schwerin aus dem Jahr 1926. Ganze 6 Sonnenscheinstunden im gesamten Monat.

Februar war mal der trockenste Monat des Jahres

Vom Niederschlag her erwartet man den Februar als niederschlagsärmsten Monat. Zum einen hat er mit nur 28 bzw. 29 Tagen die geringste Anzahl der Tage in einem Monat, zum anderen liegt er im Winter, in dem Starkregenfälle nicht allzu verbreitet sind. In der Tat, er ist der Monat mit dem geringsten Niederschlag. Selbst wenn man den mittleren Tageswert berechnet, bleiben die Februartage die trockensten des Jahres. Die Extreme liegen zwischen 503 mm, die 1970 in Freudenstadt im Schwarzwald fielen (immerhin der Jahreswert der trockensten Gebiete Deutschlands), und absolut trockenem Wetter.

Auch in den letzten 10 Jahren gab es nur zweimal zu viel Regen im Februar, nämlich 2016 und 2020. Im Jahr 2020 gab es aber extrem viel Regen, nämlich fast das 2,5-Fache vom normalen durchschnittlichen Regen im Februar.

Wetter im Februar 2020 in vieler Hinsicht außergewöhnlich

Das Wetter im Februar 2020 war sehr turbulent – es war zu warm, zu nass und dabei extrem windig. Mit einem Plus von 4,9 Grad über der Mitteltemperatur war der Februar 2020 in Deutschland der zweitwärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Nur der Februar 1990 war mit einem Plus von 5,7 Grad noch wärmer. Der Februar 2020 war zudem der wärmste der drei Wintermonate 2019/2020.

Gleichzeitig war der Februar 2020 mit einem durchschnittlichen Niederschlag von 125 Litern pro Quadratmeter der zweitnasseste Februar und lag somit etwa 250 Prozent über seinem Sollwert von 49 Litern pro Quadratmeter. Dabei wurden regional neue Niederschlagsrekorde aufgestellt, obwohl es vielerorts bis zum kurzen Wintereinbruch Ende Februar keinen oder nur kaum Schnee gab. Selbst in den Wintergebieten wie im bayerischen Oberstdorf war es extrem schneearm.

Die Sonnenscheinbilanz war deutschlandweit trotz der milden Temperaturen im Februar 2020 leicht negativ, wobei gerade der Norden sehr wenig Sonne abbekam.

Sturmtief Sabine sorgte im Februar 2020 für Chaos in Deutschland

Der Monster-Orkan legte vom 9. bis zum 10. Februar 2020 Teile des öffentlichen Lebens in Deutschland lahm
Sturmschäden durch Orkan Sabine im Februar 2020
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Orkan Sabine erreichte hierzulande die große Prominenz. Der Monster-Orkan legte vom 9. bis zum 10. Februar 2020 Teile des öffentlichen Lebens in Deutschland lahm. Aufgrund der Sturmwarnungen wurden Schulen geschlossen, der Bahnverkehr stand zeitweise still und Großveranstaltungen wie das Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln wurden abgesagt.

Sturmtief Sabine sorgte so vielerorts für schwere Sturmböen um die 100 km/h, was Windstärke 10 entspricht. Orkanböen von 110 bis 130 km/h (Windstärke 11 bis 12) wurden an der Nordseeküste und im Süden Deutschlands gemessen – In den Gebirgen kam es zu extremen Orkanböen. Der Feldberg im Südschwarzwald war Spitzenreiter mit einer Windgeschwindigkeit von 177 km/h.

Wissenswertes zum Wetter im Februar

  • Hochwinter ab der zweiten Januar-Hälfte beeinflusst das Februar-Wetter
  • Februar statistisch gerne mal zu kalt (letztmalig 2018 – vorher 4x zu warm)
  • Immer hellere Tage (bis 10 Stunden und 55 Minuten Tageslicht)
  • Schneeglöckchen und Hasel beginnen normalerweise zu blühen (phänologische Jahreszeit)
  • Höhere Wetteraktivität durch Temperaturunterschiede von Land- und Wassermassen
  • Statistisch gesehen wird der gesamte Winter so wie der Februar (zu warm oder zu kalt)
  • Ansonsten ist der Februar laut Statistik einer der trockensten Monate
  • Die letzten Februare: Februar 2020: +4,9 Grad (+4,5 Grad), Februar 2019: +4 Grad (+3,6 Grad) , Februar 2018: -1,9 Grad (-2,3 Grad)

Februar-Ereignisse mit Wetter-Relevanz:

  • Mariä Lichtmess (Sonntag, 2. Februar – 40 Tage nach Weihnachten – Bauernregel) – "Ist es zu Lichtmess mild und rein, wird es ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit."
  • Groundhog Day – Murmeltiertag (2. Februar) – scheint die Sonne, soll der Winter noch 6 Wochen dauern
  • Welttag der Feuchtgebiete (2. Februar) von der UNESCO initiiert
  • Blütezeit (Hasel, Schneeglöckchen)
  • Winterferien (von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich)
  • Weltkrebstag (4. Februar)
  • Tag der Meteorologen (5. Februar)
  • Chinesisches Laternenfest (Ende des 15. tägigen Neujahrsfest) (7. Februar)
  • Regenschirm-Tag (10. Februar)
  • Karneval (11.-16. Februar)
  • Valentinstag (14. Februar)
  • Tag des Regenwurms (15. Februar)
  • Beginn der Fastenzeit / Aschermittwoch (17. Februar)
  • Tag des Eisbären (27. Februar)

Unsere Wettertrends und Langfristprognosen

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-Themen haben, so können wir Ihnen den 7-Tage-Wettertrend ans Herz legen mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht brauchen Sie aber auch unsere Langfristprognose von ECMWF und CFS.

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