Immer für eine heiße Überraschung gut

Ausblick auf den August: Der 30-Grad-Sommer hat noch Chancen

01. August 2021 - 13:45 Uhr

Kein Sommergefühl im Hochsommer

Der Juli hat kein richtiges Sommergefühl aufkommen lassen. Nun liegt die Hoffnung auf dem August. Wie sieht es mit dem letzten Sommermonat des Jahres aus? RTL-Meteorologe Björn Alexander klärt die wichtigsten Fragen.

Vorm Ausblick auf den August: Wie geht der Juli 2021 ins Wetterarchiv ein?

 Sonniges Maiwetter im Taunus 21.05.2021, Schmitten Hessen: Die Sonne scheint zwischen Wolken am Himmel über den Wiesen und Wäldern bei Schmitten-Hunoldstal., Schmitten Deutschland *** Sunny May weather in the Taunus 21 05 2021, Schmitten Hesse The s
Ein Dauerhoch ist im August nicht zu sehen.
© imago images/Jan Eifert, Jan Eifert via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Der Juli 2021 wird als ein markanter Unwetter-Monat, der zum Teil über 200 Liter Regen pro Quadratmeter gebracht hat und dementsprechend besonders in der Mitte und im Süden viel zu nass ausgefallen ist, in den Wetterarchiven gespeichert werden. Dementsprechend war es meistens zu wolkig.

Wie sind die Wetter-Trends für den August 2021?

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Björn Alexander
RTL-Meteorologe Björn Alexander
© wetter.de

RTL-Meteorologe Björn Alexander wagt einen Blick in die Trends: "Bereits in der Kurz- und Mittelfrist der Wettercomputer hat der Sommer 2021 auch im August enorme Probleme, mal geregelt in Tritt zu kommen. Denn derzeit baut sich eine sogenannte West-Wetterlage auf und damit geben sich die Tiefdruckgebiete mit eher mäßig warmer Luft die Klinke in die Hand."

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Was heißt das für das Wetter im August?

In Erftstadt-Blessem NRW sind Häuser massiv unterspült worden und einige eingestürzt oder in eine nahe Kiesgrube gestürzt. An deren Rand hatte sich wasserbedingt ein Krater gebildet, der umliegende Felder immer weiter in die Kiesgrube rutschen ließ.
Der August startet gleich mit enormen Regenmengen, dann sind Erdrutsche wie hier in Erftstadt bei Köln möglich.
© imago images/Future Image, Christoph Hardt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Dass es im ersten August-Drittel ziemlich wechselhaft und teilweise nass weitergeht. Die größten Regensummen an einem Tag sehen die Berechnungen der Wettermodelle hierbei schon zum Monatsanfang, am Sonntag nämlich. Dann sind im Alpenraum im Süden Deutschlands erneut 30 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Alexander weist allerdings daraufhin: "Leider bringt das abermals punktuell die Gefahr von Erdrutschen und Überflutungen mit sich." Anschließend bleibt es zunächst einmal durchwachsen mit sonnigen Abschnitten, aber eben auch mit weiteren Schauern und Gewittern.

Wie viel Regen ist denn binnen des ersten August-Drittels drin?

 Niedersachsen, Hannover, 17.08.2020, Unwetter in der Landeshauptstadt, Starkregen, Regen, *** Lower Saxony, Hannover, 17 08 2020, thunderstorm in the state capital, heavy rain, rain,
Der August könnte regnerisch werden, wobei die Regensummen vom Juli wohl eher nicht erreicht werden.
© imago images/localpic, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Glücklicherweise sehen die Berechnungen keine so krassen Regenmengen wie im Juli. Dennoch serviert uns die Wetterküche leider alles andere als ein leichtes Sommer-Menü. Denn je nach Wettermodell sind innerhalb der ersten zehn Tage im August verbreitet 30 bis 70, an den Alpen auch über 100 Liter pro Quadratmeter möglich. Zum Vergleich: Normalerweise bringt uns der ganze Monat um die 70 bis 80 Liter auf jeden Quadratmeter.

Ob wir die auch erreichen, weiß Björn Alexander: "So sieht es aus. Nehmen wir beispielsweise die Berechnungen, die auf den gesamten Montag blicken, dann dürfte der August 2021 am Ende durchschnittlich bis zu nass ausfallen. So sehen zum Beispiel die experimentellen Langfrist-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA vor allem den Norden als auch den Süden Deutschlands teils sogar deutlich zu nass."

Das klingt nicht nach guten Chancen für ein stabiles Sommerhoch

Temperaturprognose August
Einen sehr wechselhaften August ohne Hitze sehen die Prognosen für den letzten Sommermonat in Köln, als Beispiel für den Westen. (Stand der Vorhersage: 30. Juli 2021)
© wetter.de

"So ist es wohl", sagt der Meteorologe. "Derzeit gibt es in den Berechnungen kaum mal Lichtblicke in Sachen Dauerhoch. Schaut man zum Beispiel auf die Monatsberechnung des Europäischen Wettermodells, dann ergeben sich maximal Phasen von ein paar stabilen Tagen. Dass überhaupt mal so etwas wie ein länger anhaltendes Sommerhoch kommen könnte, sehen die Prognosen sowieso frühestens zur Monatsmitte hin."

Wie hoch die Chance liegt, einen Schaukelsommer statt einem Dauerhoch zu bekommen sieht Alexander wie folgt: "Die Wahrscheinlichkeit eines wechselhaften Augusts liegt gegenüber der Hochdrucklösung ab dem zweiten Monatsdrittel bei etwas 70 zu 30. Ganz auszuschließen ist also auch ein stärkeres Hoch nicht. Aber es ist eben eher unwahrscheinlich und damit gilt es nach jetzigem Stand, die freundlichen Abschnitte möglichst gut zu genießen."

Was machen die Temperaturen: Erleben wir nochmal die 30 Grad im Sommer 2021?

Temperaturprognose im Sommer für München
Auch im Süden, wie das Beispiel München zeigt, wird die Hitzemarke von 30 Grad eher nicht mehr erreicht. (Stand der Vorhersage: 30. Juli 2021)
© wetter.de

Dementsprechend ist der Meteorologe auch eher skeptisch, was eine weitere Hitzewelle betrifft: "Wenn es nach den aktuellen Prognosen und Trends geht, dann lautet die Antwort: Leider nein. Schauen wir auf die Entwicklung bis ins erste August-Drittel, dann bringt uns die westliche Wetterlage tendenziell eher so 17 bis 26 Grad. Das wäre also sowas wie Sommer light, hat aber natürlich mit den Hundstagen, also der heißesten Zeit des Jahres, die wir normalerweise jetzt erleben, nichts zu tun."

Es wird also eher zu kalt für einen August. Gemessen am langjährigen Mittel zeigt sich gerade die erste Hälfte der nächsten Woche gut zwei bis sechs Grad unterhalb des Durchschnitts. Anschließend könnte es etwas aufwärts gehen: "Gerade die Hitzemarke von 30 Grad könnte im August eine echte Schallmauer werden. Zumindest sehen die Langfristberechnungen des Europäischen Wettermodells keine 30 Grad mehr kommen. Und auch die Prognosen der NOAA berechnen den August 2021 in weiten Teilen Europas von Frankreich und Südengland über Deutschland und den Alpenraum bis nach Tschechien und Polen zu kalt bis deutlich zu kalt."

Was sagt das Bauchgefühl des Meteorologen zum Sommer im August?

Björn Alexander: "Der August ist in Sachen Sommer natürlich immer für eine heiße Überraschung gut. Erinnern wir uns beispielsweise an den August 2020, der am Ende des Sommers noch einmal mit einer richtig sommerlichen Phase um die Ecke kam. Auf der anderen Seite müssen die Wetterlagen solche Heißluftvorstöße aber auch zulassen. Und da scheint der August 2021 noch nicht so richtig mitspielen zu wollen. Man darf gespannt sein, wie sich die Berechnungen entwickeln. Sollte sich aber bis um den 10. August herum nichts Maßgebliches bei den Vorhersagen in Sachen Hitze und Sommerhoch entwickeln, dann müssten wir unsere Hoffnungen wohl eher auf den Spätsommer fokussieren."

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(bal/kfb)