Wie Seiichi Miyake Blinden den Alltag erleichterte

Das steckt hinter den Bahnsteig-Rillen

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19. März 2019 - 8:34 Uhr

Ein System, das sehbehinderten Menschen Orientierung ermöglicht

Sind Ihnen schon einmal die Muster auf dem Boden an Bahnsteigen, Fußgängerampeln oder auf öffentlichen Plätzen aufgefallen? Die Rillen und Noppen dienen nicht etwa der Dekoration – dahinter steckt ein System, das Menschen mit eingeschränkter Sehkraft dabei hilft, sich orientieren zu können. Erfinder des sogenannten Blindenleitsystems ist der Japaner Seiichi Miyake. Seine Idee, mit der er ursprünglich einem sehbehinderten Freund helfen wollte, ist inzwischen weltweit auf den Straßen vertreten.

Das Blindenleitsystem wurde 1967 zum ersten Mal eingesetzt

Über 50 Jahre ist es nun her, dass Seiichi Miyake sein eigenes Geld in die taktilen Bodenplatten investierte. Dabei gibt es runde und längliche Erhebungen, die Blinde mit Hilfe eines Blindenstocks erspüren können:

  • Runde Noppen stehen für Gefahren wie beispielsweise Bahnsteigkanten oder Fußgängerüberwege. 
  • Rillen stellen Wege dar, die gefahrlos benutzt werden können.

So kam Seiichi Miyake auf die Idee

Das Blindenleitsystem, das auch Leitliniensystem oder taktiles Bodenleitsystem genannt wird, wurde zum ersten Mal am 18. März 1967 in Okayama City eingesetzt und verbreitete sich von diesem Zeitpunkt an auf der ganzen Welt. Die Idee kam dem Japaner 1965, als er einem Freund helfen wollte, der nach und nach seine Sehkraft verlor.