Nach 9 Stunden Corona-Gipfel

Das sind die Regelungen für Niedersachsen und Bremen

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte setzt sich seine Maske auf (Symbolbild)
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte setzt sich seine Maske auf (Symbolbild)
© dpa, Sina Schuldt, ssd dul

04. März 2021 - 15:03 Uhr

"Die heutige Aufgabe war es, einen Mittelweg zu finden"

In einer nächtlichen Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel (03.03) erläutert Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), dass die Inzidenzwerte deutschlandweit in den letzten Wochen zwar gesunken seien, sie aber dennoch über den erhofften Werten lägen. Trotzdem haben sich Bund und Länder auf Lockerungen geeinigt, da ein noch längerer, strenger Lockdown zu viele negative Auswirkungen auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene auf die Bevölkerung hätte.

Kostenlose Schnelltests sollen Abhilfe schaffen

In Niedersachsen und Bremen soll, wie auch in den anderen Bundesländern, ein wöchentlich kostenloser Schnelltest für die Bürger zur Verfügung gestellt werden und das auch ohne Symptome. Dadurch sollen beispielsweise bereits ab der nächsten Woche private Treffen mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten wieder möglich sein. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. "Mit einem tagesaktuellem Test sollen auch körpernahe Dienstleistungen, bei denen nicht durchgehend eine medizinische Maske getragen werden kann, wieder zulässig werden", heißt es in einer schriftlichen Pressemitteilung aus der niedersächsischen Staatskanzlei.

Zoos, Museen und Galerien wieder geöffnet

Landesmuseum in Hannover
Das niedersächsische Landesmuseum an der Willy-Brandt-Allee. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archiv
© deutsche presse agentur

Bei einer stabilen 7-Tages-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 in 7-Tagen,
können Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten geöffnet werden. Auch der Einzelhandel mit einer begrenzten Anzahl von Kunden. Außerdem soll kontaktfreier Sport dann in kleinen Gruppen bis zu 10 Personen im Außenbereich wieder möglich sein. Liegt die Inzidenz über dem Wert mit bis zu 100 Neuinfektionen pro 100.000 in 7 Tagen soll es eine Regelung für Terminbuchungen geben. Der Einzelhandel, Zoos, Museen, usw. sollen dann mit festen Buchungen besucht werden können.

In Bremen wird es sogar schon konkreter: Ab dem 22. März dürfen wohl bei einer stabilen Inzidenz unter 50 auch Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos öffnen. Kontaktfreier Sport drinnen und Kontaktsport draußen sollen dann erlaubt sein.

Regelungen für den Einzelhandel nicht wirtschaftlich

Leere Parfümerie in Hannover, 2021
Leere Parfümerie in Hannover
© RTL Nord

In Hannover liegt der Inzidenzwert aktuell (04. März) bei einem Wert von 104,9. Sinkt der Wert unter 100 möchte zum Beispiel die Parfümerie "Liebe" ihren Kunden Termine zum Shoppen anbieten. Mit großem Gedrängel rechnet Geschäftsführerin Caroline Prenzler vorerst aber nicht: "Ich glaube auch, dass der Kunde noch gar nicht so weit ist. Im Gegensatz zum Supermarkt wo ja vieles auch egal ist und man sich manchmal fast zu nah kommt, habe ich das bei uns eher so empfunden, dass die Kunden schon noch erstmal lernen müssen, sich wieder Dinge zu trauen – raus zu kommen." Aus wirtschaftlicher Sicht sei das Ganze sowieso nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sagt Caroline Prenzler weiter: "Wir kommen zum Teil so auf 20 – 30 Prozent Umsatz, ich finde es schon eine positive Gabe, dass wir überhaupt noch Grinsen können, denn witzig ist es nicht."

Bei zu hohem Inzidenzwert wieder Verschärfungen

Doch noch bleibt die Parfümerie sowieso bei ihrem Click und Collect System, denn "bei alledem gibt es eine Notbremse: Sobald die 7-Tages-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder auf über 50 bzw. über 100 ansteigt, treten die vorherigen Regelungen wieder in Kraft", heißt es in der Pressemitteilung aus Niedersachsen. Das gleiche gilt in Bremen. Mehr zu den aktuellen Beschlüssen finden Sie hier. Am 22. März soll dann der nächste Corona-Gipfel von Bund und Ländern stattfinden.