Das sind die größten Lügen über Deutschland: Regierung startet Homepage, um Flüchtlinge aufzuklären

23. Oktober 2017 - 20:15 Uhr

Schleuserbanden verbreiten Falschinformationen

Die Bundesregierung verstärkt ihre Aufklärungskampagne gegen Falschinformationen, die von Schleuserbanden verbreitet werden. Am Montag ist die Internetseite 'RumoursAboutGermany.info' freigeschaltet worden. Dort werden falschen Gerüchten über die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland Fakten gegenübergestellt. Die Informationen werden auf Arabisch, Französisch und Englisch verbreitet.

"Menschen sollen sich nicht mit falschen Erwartungen auf den Weg machen"

"Wir wollen verhindern, dass sich Menschen in ohnehin schwieriger Lage mit verklärten Vorstellungen und falschen Erwartungen auf den Weg machen", erklärte das Auswärtige Amt zum Start der Internetseite. "Deshalb setzen wir der brodelnden Gerüchteküche objektive Informationen entgegen."

Auf der Seite werden die "sieben größten Lügen der Schleuser" aufgelistet, die über das Flüchtlingsziel Deutschland und den Weg dorthin verbreitet werden.

Lüge Nummer 1: "Das Flüchtlingsboot ist riesig, es hat sogar einen Pool und ein Kino."

Dazu heißt es auf der Homepage: "Das hat natürlich nichts mit der Realität zu tun. Schleuser nutzen die ältesten und billigsten Boote, die sie bekommen können."

Lüge Nummer 2: "Deutschland hat 800.000 Plätze alleine für afghanische Flüchtlinge reserviert."

Falsch: Es gibt keine Kontingente für Flüchtlinge aus bestimmten Ländern, jeder Fall wird individuell betrachtet.

Lüge Nummer 3: "Wir haben 25 Jahre Erfahrung, und Dein Transport nach Europa ist 100-prozentig legal und durchführbar." 

Auch da klärt die Seite auf: "Das entspricht nicht der Wahrheit: Schleuser sind kriminell und nur an Deinem Geld interessiert, nicht an Deinem Leben! Tausende illegale Flüchtlinge werden jährlich abgelehnt. Und leider sterben auch viele während ihrer gefährlichen Flucht."

Lüge Nummer 4: "Große deutsche Unternehmen brauchen ständig neue Arbeitskräfte. Deshalb nimmt Deutschland täglich 5.000 Flüchtlinge auf." 

Das ist natürlich ebenfalls falsch.

Lüge Nummer 5: "Jeder Flüchtling erhält ein Willkommensgeld von 2.000 Euro." 

Gibt es nicht und hat es auch noch nie gegeben.

Lüge Nummer 6: "Deutschland schenkt jedem Flüchtling ein Haus."

Auch das hat mit der Realität nichts zu tun.

Lüge Nummer 7: "Wenn es Dir in Deutschland nicht gefällt, geben Sie Dir einfach ein Visum für Kanada."

Dazu heißt es dann auf der Internetseite: "Das ist völliger Schwachsinn. Es gibt keinerlei Vereinbarung zwischen Deutschland und Kanada oder irgendeinem anderen Land für solche Fälle."

Wichtigstes Ziel: Den Schleusern nicht das Netz überlassen

ARCHIV - Das Grenzschild "Bundesrepublik Deutschland" ist am 30.01.2016 an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Coevorden und Emlichheim (Niedersachsen) zu sehen, das ein LKW passiert. Foto: Friso Gentsch/dpa (zu dpa "Menschenschmuggler im 'T
Schleuser locken Flüchtlinge mit falschen Gerüchten über Deutschland zu uns. (Symbolbild)
© dpa, Friso Gentsch

"Das wichtigste Ziel der Kampagne #RumoursAboutGermany ist es, die Deutungshoheit im Netz nicht allein den Schleusern zu überlassen", heißt es im Auswärtigen Amt. Die neue Internetseite ist Teil einer Kampagne, die seit 2015 läuft.

In Afghanistan, Pakistan, Nord- und Westafrika wurde mit Großplakaten, Buswerbung, Blogs, TV- und Radiosendungen Aufklärungsarbeit betrieben. Die neue Internetseite soll die bisherigen Aktivitäten der Kampagne im Netz bündeln.