15. April 2019 - 11:56 Uhr

Ferrari-Youngster am RTL-Mikro wie ein alter Hase

"Lass Sebastian vorbei! Lass Sebastian vorbei!" Die Ansage der Ferrari-Kammandeure, seinen Scuderia-Kollegen Sebastian Vettel beim China-GP kampflos passieren zu lassen, schmeckte Charles Leclerc überhaupt nicht. Der junge Monegasse ließ am Funk mehrmals wissen, was er von der Aktion hielt.

Leclerc im Stile eines Regierungssprechers

Die französische Sport-Institution 'L'Equipe' wertete die Radio-Meckerei Leclercs als "eine einzige Unabhängigkeits-Erklärung". Nach dem Rennen aber zeigte der 21-Jährige, warum er vielen Experten schon als kommender Weltmeister gilt. Leclerc schluckte seinen Frust runter und kommentierte die umstrittene Ferrari-Aktion am RTL-Mikro derart abezockt, dass jeder Regierungssprecher oder Dioplomat stolz wäre. Er tat es allerdings nicht, ohne zwischen den Zeilen seine Meinung zu der Pro-Vettel-Order einzustreuen. Das ganze Leclerc-Interview mit Kai Ebel gibt's oben im Video.

Binotto: "Verstehe Leclercs Gefühle"

Weniger gefühlsarm hauten einige italienische Redakteure in die Tasten. "Maranello sollte endlich auf Leclerc setzen", forderte der 'Corriere dello Sera'. Vettels Kredit in Italien scheint langsam, aber sicher aufgebraucht.

Einen Satz heiße Ohren für seine aufmüpfigen Sprüche im Team-Radio muss Leclerc übrigens nicht fürchten. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto versicherte nach dem 1.000 Rennen der Formel-1-Geschichte: "Ich verstehe Leclercs Gefühle." 

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