Amoklauf in Norwegen

Das norwegische Königshaus trauert

König Harald V. von Norwegen ist als volksnah bekannt.
König Harald V. von Norwegen ist als volksnah bekannt.
© dpa, Felix Kästle, bsc kde

14. Oktober 2021 - 10:58 Uhr

„Wir sind entsetzt über die tragischen Ereignisse in Kongsberg"

Ein 37-jähriger Däne verletzt bei einem tödlichen Angriff am Mittwochabend zahlreiche Menschen in der norwegischen Stadt Kongsberg und versetzt das Land in Schockstarre. Fünf Menschen starben, zwei sind verletzt. Auch das norwegische Königshaus ist tief getroffen von dem Angriff des Mannes, der mit Pfeil und Bogen auf Menschen losgegangen sein soll. Nun drücken die Royals in einem Brief ihr Mitgefühl aus.

"Wir hoffen, dass die Sicherheit wiederhergestellt wird, damit sich die Angst nicht festsetzt“ 

"Wir sind entsetzt über die tragischen Ereignisse in Kongsberg gestern Abend. Wir wollen in all der Trauer und Verzweiflung unser Mitgefühl den Angehörigen und Verletzten ausdrücken. Und wir gedenken den Betroffenen in Kongsberg, die erlebt haben, dass ihr sicheres lokales Umfeld plötzlich zu einem gefährlichen Ort wurde", heißt es in einem Brief an den Bürgermeister von Kongsberg, den der König im Namen der königlichen Familie schrieb.

Weiter heißt es: "Es erschüttert uns alle, wenn schreckliche Dinge in unserer Nähe passieren, wenn man es am wenigsten erwartet, mitten im Alltag auf offener Straße. Norwegen ist ein kleines Land. Wenn Kongsberg jetzt so hart getroffen wird wie die Gesellschaft, steht der Rest der Nation ihnen bei. Wir senden herzliche Gedanken an alle, die jetzt vor einer schwierigen Zeit stehen und an alle, die anspruchsvolle Arbeitsaufgaben vor sich haben. Wir hoffen, dass die Sicherheit wiederhergestellt wird, damit sich die Angst nicht festsetzt."

Die Wunden über Breivik-Attentat sind bei Norwegen-Royals noch nicht verheilt

Das Königshaus sowie das norwegische Volk wurde auch schon im Juli 2011 von einem Attentat erschüttert: Beim Amoklauf des Massenmörders Anders Breivik kamen in Oslo und und auf der Insel Utøya 77 Menschen ums Leben. Unter ihnen war auch Kronprinzessin Mette-Marits (48) Stiefbruder Trond Berntsen, der sein Leben verloren hat, als er versuchte, Breivik festzunehmen. Der Polizist gilt als Held von Utøya.

Breivik war am Tag des Anschlags festgenommen worden und hatte die Taten am Folgetag umfassend gestanden. Er wurde zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Es die höchste Strafe im norwegischen Strafrecht.

Nun könnte der furchtbare Angriff alte Wunden neu aufreißen...

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Mette-Marit verlor ihren Stiefbruder bei dem Attentat von Anders Breivik 2011.
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Verdächtiger war der Polizei zuvor bekannt gewesen

Der Verdächtige, ein 37-jähriger Däne, der in Kongsberg lebt, wurde festgenommen, nachdem er in der Innenstadt von Kongsberg zahlreiche Menschen unter anderem mit Pfeil und Bogen angegriffen haben soll, wobei fünf Menschen zu Tode kamen und zwei verletzt wurden. Zum Motiv hatte die Polizei am späten Abend keine Angaben machen können. Eine Terrortat wurde nicht ausgeschlossen. Der Verteidiger des mutmaßlichen Täters ließ verlauten, er sei bereit, mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Er habe in einem Verhör in der Nacht Angaben zur Tat gemacht.

Die Staatsanwältin sagte dem norwegischen Sender TV2, der Mann habe die Taten zugegeben. Er sei der Polizei zuvor bekannt gewesen. Sie bestätigte, dass er mehrfach mit dem norwegischen Gesundheitswesen in Kontakt gewesen war. (dpa/rla)